Camping Tipps: Auto und Zeltplatz Verfasst am: 19.02.2009, 03:40
Schon der Zustand der Zufahrtswege zum Campingplatz kann Probleme bringen, die sich bei Anhängerbetrieb noch vergrößern.
Vielmehr ist sehr gemäßigtes Tempo anzuraten. Erstens ist mit Gegenverkehr zu rechnen, dem man schon beim entfernten Auftauchen in der nächstgelegenen Ausweichbucht Platz schaffen sollte, zweitens kann es bei den oftmals hochliegenden Kanten zu einer Beschädigung der Reifenseitenflächen kommen, wenn man es einmal verpaßt und abrutscht. Auch die oft sehr breiten und ungleichmäßigen Plattenstöße zwingen zu verhaltener Fahrweise. Bei Ausweichmanövern sollte man rücksichtsvoll dem schwerer zu beherrschenden Fahrzeug (z-B. einem Gespann) den Vortritt lassen-
Auf grasbewachsenen Zufahrtswegen, auch Wiesen, kann es bei großer Nässe ähnliche Probleme geben wie bei
Schnee oder Glatteis.
Die Fahrweise ist darum ganz ähnlich. Sie muss starkes Beschleunigen und hartes Bremsen ebenso vermeiden wie allzu forsche Lenkkorrekturen. Festgefahren, helfen Decken, die altbekannte „Schaukeltherapie“ mit Gas- und Kupplungspedal oder die Schiebekraft mehrerer Helfer.
Ausgedehnte Wasserpfützen auf Wegen, die man nicht umfahren kann, sollte man sehr behutsam „durchwaten“. Niemals weiß man, wie tief sie sind. Wir denken dabei an jene englische Autofahrerin, deren „Sport“ darin bestand, die Passanten beim rasanten Durchfahren von Wasserpfützen zu duschen, -bis sie eines Tages mit ihrem Wagen in einer vollgelaufenen Baugrube versank. Führen bereits Fahrzeugspuren durch einen solchen Fahrbahnsee hindurch, dann ist damit zu rechnen, dass man auch problemlos hindurchkommt. Im Zweifelsfall kann man vorher mit einem Stock loten. Ahnungslose Schiebehelfer im Falle des Steckenbleibens sollte man so am Fahrzeug positionieren, dass sie nicht gerade vom Schlammstrahl der Antriebsräder verunziert werden.
Sandwege sind im zweiten Gang bei mittlerem Gas und mit Anlauf zu durchfahren.
Nur bei Safari-Rallyes fliegt dabei der Sand! Möglichst soll nicht geschaltet werden; im Notfall jedoch so schnell, dass das Fahrzeug nicht stehenbleibt. Steckt man trotzdem fest, dann führt weiteres Durchdrehenlassen der Räder lediglich dazu, dass man sich hoffnungslos einwühlt. Sitzt dann erst der Boden des Autos oder die Antriebsachse im Sand auf, dann wird das Freischaufeln zur schweißtreibenden Schinderei. Am besten geht es noch, wenn möglichst viele Helfer schieben. Vor den Antriebsrädern ist aber vorher Platz zu schaffen. Untergelegtes Reisig, Zweige oder auch eine Decke lassen die Räder besser greifen.
Wenn es erlaubt ist, die Kraftfahrzeuge am Zelt zu stationieren, bringt das Vor- und Nachteile mit sich.
Wären manche Besitzer einsichtiger, dann könnten die Vorteile überwiegen. So kann man z.B. das Auto als Gepäckraum oder als Energiequelle für Licht und Kofferradio nutzen. Außerdem ist es immer unter Aufsicht und somit vor mutwilliger Beschädigung und Diebstahl besser behütet. Zwar sorgen die Autos auch dafür, dass die Zelte nicht gar so eng zusammenrücken, aber sie nehmen auch viel Platz weg und verderben das Bild des Campingplatzes. Auf Transitcampingplätzen ist das Abstellen des Autos am Zelt fast eine Notwendigkeit und daher i.allg. gestattet.
Anstatt ihr Auto in Eckchen unterzubringen, die zum Zeltaufbau sowieso kaum geeignet sind, blockieren einige Egoisten passable Stellflächen.
Sie behindern sich teilweise sogar gegenseitig bei der Ausfahrt. Manche sichern sich, indem sie das Auto 5 bis 6m vom Zelt entfernt parken, ein unbotmäßiges Terrain („dazwischen darf ja aus Brandschutzgründen kein anderes Zelt mehr aufgebaut werden!“). Autos werden auf dem Zeltplatz gewaschen (i.allg. untersagt), Probeläufe werden veranstaltet, sogar Ölwechsel vorgenommen. Motorräder und Mopeds jagen lautstark über die Wege; denn sie haben ja eine „imponierende“ Beschleunigung, und eine vom Hinterrad emporgeschleuderte Sandwolke, die einer mittagsmahlenden Familie in die Suppe weht, ist schon eine eindrücksvolle Demonstration!
Besonderer Wertschätzung erfreuen sich die allmorgendlichen „Brötchenfahrer“.
Sie werfen etwa ab 6Uhr ihre Apparate an, weil sie den 500-m-Fußmarsch bis zum nächsten Bäcker nicht bewältigen können. An Stelle erfrischender Ozonluft zieht stinkender Öldunst durch die Zelte, das Morgenlied der Vögel erstirbt im Dröhnen der Motoren, und die schlaftrunkenen Camper „stehen senkrecht“ auf ihren Matratzen. Es ist wahrhaftig keine Hirngespinst, das ein phantasiebegabter Autor seinen staunenden Lesern um des Effektes willen aufbürden möchte: Einer dieser „Harfenspieler auf Zeltlernerven“ hielt doch tatsächlich vor seiner Abfahrt regelmäßig am Toilettenhäuschen und verrichtete in aller Seelenruhe sein Morgengeschäft. Den Motor ließ er inzwischen warmlaufen!
Inhaber von Autodachzelten können mit ihrem Pkw auch einen solchen Zeltplatz benutzen, auf dem normalerweise keine Autos abgestellt werden dürfen. Dann ist aber das Auto samt Dachzelt wie ein Zelt auf einem festen Stellplatz zu behandeln:
beides muss während der gesamten Campingdauer an Ort und Stelle verbleiben. Autoausflüge in die Umgebung und Einkaufsfahrten müssen entfallen.
Das häufig beobachtete Abdecken der Pkw-Räder mit Karton, Plastiktüten usw. auf Parkplätzen — um sie vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen — bringt keinerlei praktischen Nutzen.
Wie Langzeitversuche gezeigt haben, werden die Reifen durch diese Maßnahme nicht weniger schnell brüchig. Der Alterungsprozeß des Gummis findet auch ohne Sonneneinstrahlung, lediglich durch die Ozoneinwirkung statt. Auch ein Ansteigen des Innendrucks bis zum Platzen der Reifen ist nicht zu befürchten; bei Fahrten im Sonnenschein werden sie noch viel wärmer! _________________