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Reinhold


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Camping Tipps: Erkrankungen, Unfälle, Erste Hilfe Teil 1
Verfasst am: 08.03.2009, 18:47

Jede Soforthilfe bei Unfällen und plötzlichen Erkrankungen, die von Laien oder ausgebildeten Gesundheitshelfern geleistet wird, ist allein eine Nothilfe, die das alsbaldige Eingreifen eines Arztes niemals ersetzen kann!

Richtige Erste Hilfe kann aber darüber entscheiden, ob ein Mensch gerettet werden kann. Ist ein Helfer seiner Sache nicht sicher, darf er nicht kopflos handeln und wahllos am Unfallopfer herumlaborieren. Auf einem Zeltplatz oder am Strand finden sich immer sachkundige Unfallhelfer. Größere Wunden, Bißverletzungen durch Tiere aller Art, Knochenbrüche, Stromunfälle, Herz- und Atemstillstand, größere Verbrennungen, Vergiftungen, Erfrierungen, Hitzschlag und Sonnenstich erfordern in jedem Falle schnelle ärztliche HilfeAuch fiebrige Erkrankungen und Durchfall sowie starker Sonnenbrand sind dem Arzt vorzustellen.

Hitzschlag ist die Folge eines Wärmestaus im Körper, es besteht akute Lebensgefahr!

Er entsteht, wenn man an heißen und schwülen Tagen zu dick oder zu wenig luftig angezogen ist und sich dabei starker körperlicher Belastung aussetzt, oder wenn die Körpertemperatur durch zu intensive Sonnenbestrahlung gesteigert wird. Angstgefühl, Schwindel, Durst, Übelkeit bis zum Erbrechen künden den Hitzschlag an. Die Haut des Betroffenen ist kühl und trovken, Atmung und Puls sind flach, der Pulsschlag aber schnell. Es können hohes Fieber bis zu 42 °C, Krämpfe und Bewußtlosigkeit auftreten. In jedem Falle ist für möglichst rasche Abkühlung des Körpers zu sorgen. Dazu ist der Betroffene vollständig zu entkleiden, kühl, schattig und luftig zu lagern, und der Körper ist mit kaltem Wasser zu besprühen oder abzureiben. Auch der Kopf ist zu kühlen, Patienten bei Bewußtsein werden kalte Getränke gereicht. Dann wird der Körper mit feuchten Tüchern abgedeckt. Sofort Arzt verständigen!

Ein Sonnenstich entsteht als Folge zu intensiver Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf.

Es kommt zu Schwellungen der Hirnhäute, was sich beim Betroffenen durch Benommenheit und Schwindelgefühl, durch Ohrensausen, teilweise sehr hohes Fieber, starken Kopfschmerz und Übelkeit bis zum Erbrechen bemerkbar macht. Puls und Atemrhythmus sind beschleunigt, das Gesicht hochrot. Oft tritt kurzzeitig Bewußtlosigkeit ein. Der Patient ist sofort in kühler und schattiger Umgebung flach mit hochgelegtem Kopf zu lagern. Die Kleidung wird geöffnet, und Stirn, Nacken und Schädeldach werden mit feuchten Kompressen vorsichtig gekühlt (keine starke und plötzliche Abkühlung!). Es darf ein kühler Trunk gereicht werden, jedoch ist Bewußtlosen niemals Flüssigkeit einzuflößen (Erstickungsgefahr!). Bewußtlose sind in die stabile Seitenlage zu bringen. Nach der Soforthilfe ist ein Arzt zu rufen.

Eine offene Wunde bedeutet Lebensgefahr, wenn sie stoßweise blutet, d.h. wenn eine Arterie verletzt ist.

Blutungen versucht man immer erst durch Hochlagern des betreffenden Körperteils und mit einem Druckverband zum Stehen zu bringen. Dazu wird ein Verbandpäckchen, eventuell zusätzlich eine noch zusammengerollte Mullbinde, auf die Wunde gelegt und mit einem Verband fest, aber nicht abschnürend aufgedrückt. Erst wenn das die Blutung nicht stoppt, muss das verletzte Glied etwa handbreit über der Wunde in Richtung Herz mit einem Gürtel, einer starken Binde oder einem verdrillten Tuch abgebunden werden (keinesfalls mit dünnen Schnüren!). Es ist ein Zettel mit der genauen Uhrzeit des Abbindens anzuheften, dann ist der Verletzte auf schnellstem Wege einem Arzt vorzustellen. Bei längerer Transportzeit ist die Abbindung alle halbe Stunde kurzzeitig vorsichtig zu lockern, damit das verletzte Glied durchblutet wird. Kann eine Abbindung nicht vorgenommen werden — z.B. bei Wunden an Leib oder Kopf — so muss, wenn ein Druckverband nicht hilft, in jedem Falle die Ader gesucht und mit dem Finger abgedrückt werden, notfalls, und um keine Zeit zu verlieren, direkt in der Wunde.

Bei infizierten Wunden ist alsbald ein Arzt zu Rate zu ziehen.

Wir erkennen sie an Rötung der Umgebung, einem roten Strich in Richtung Herz („Blutvergiftung“), Eiterung bzw. pochendem oder ziehendem Schmerz in der Wunde. Bis zur ärztlichen Versorgung ist der betroffene Körperteil ruhig zu halten, und er kann mit feuchten Kompressen (abgekochtes Wasser, verdünnter Alkohol) gekühlt werden. Ein Baden der Wunde in Wasser, dem einige Körnchen Kaliumpermanganat zugesetzt wurden, wirkt keimtötend und reinigend.

Eine große Gefahr geht bei offenen Wunden von einer möglichen Infektion mit dem Wundstarrkrampferreger (Tetanusbazillus) aus.

Da er im Erdreich verstärkt vorkommt, sind die häufigen Fuß- und Beinverletzungen auf Campingplätzen und am Strand besonders gefährlich. Jeder Mensch sollte darum die gesetzlich vorgeschriebene Tetanusschutzimpfung (drei Impfungen) im ersten Jahr erhalten haben. Diese muss im Abstand von 10 Jahren wieder aufgefrischt werden. Die Zeit von einer Tetanusinfektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt i.allg. 5 bis 20 Tage. Einmal ausgebrochen endet die Krankheit ohne Therapie qualvoll und tödlich. Eine fehlende oder zu lange zurückliegende Immunisierung wird darum bei jeder dem Arzt vorgestellten Verletzung sofort nachgeholt, weil selbst „Bagatellwunden“ (z.B. Hautabschürfungen oder eingetretene Fremdkörper) eine Infektion mit Wundstarrkrampf hervorrufen können.
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Tags: erste hilfe, camping, getränke

 
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