Camping Tipps: Erkrankungen, Unfälle, Erste Hilfe Teil 2 Verfasst am: 13.03.2009, 20:59
Bei einer Verrenkung springen die Knochenenden im Gelenk auseinander.
Die Ursache liegt häufig bei Sport und rauhem Spiel, und das betroffene Glied nimmt gegenüber dem Körper z.T. eine abnormale Stellung ein. Es sind keine eigenen Einrenkversuche zu unternehmen, sondern das Gelenk muss wie ein Knochenbruch geschient werden. Der Verletzte ist sehr schonend und schnell zum Arzt zu transportieren. Nach fachgerechtem Einrenken ist das Gelenk nach einigen Tagen Schonung i.allg. wieder voll funktionsfähig. Bei Schultergelenkverrenkungen wird der Arm in eine Trageschlinge gelegt und mit dem anderen Arm Unterstützt.
Bei Verstauchung eines Gelenks werden die Gelenkkapsel und die Bänder überdehnt und können sogar reißen. [/b]Sehr häufig sind Verstauchungen des Fußgelenks, wie sie z.B. beim Umknicken des Fußes entstehen. Es kommt zu starkem Bewegungsschmerz, zu Schwellungen, teilweise zu Blutergüssen. Als Hilfe wird ein strammer Verband angelegt, das Gelenk wird hochgelagert und mit kaltem Wasser gekühlt. Es soll nicht unnötig bewegt werden. Bei starken, nicht abklingenden Schmerzen, oder wenn die Schwellung bis zum nächsten Tag nicht weitgehend zurückgegangen ist, besteht Verdacht auf einen Bruch, und es muss ein Arzt konsultiert werden. Verstauchungen können sehr langwierig sein, daher soll das Gelenk bis zur völligen Schmerzfreiheit bandagiert bleiben.
Ein Knochenbruch ist von außen nicht immer als solcher zu erkennen.
Das trifft besonders dann zu, wenn Knochen nur angebrochen sind oder wenn sie nicht zum aktiven Bewegungsskelett gehören (Rippen, Schulterblätter, Beckenknochen). Was zunächst wie eine Prellung, Verstauchung oder Verrenkung aussieht, kann sich bei einer Röntgenuntersuchung durchaus als Knochenbruch herausstellen. Schmerzen, Schwellungen, Bewegungsbeeinträchtigungen und Fehlstellungen können darauf hindeuten. Auch wenn nur der Verdacht besteht, muss der Betroffene unnötige Bewegungen vermeiden. Keinesfalls darf versucht werden, die Knochen wieder „in die richtige Lage“ zueinander zu bringen. Gliedmaßen müssen für den Transport des Verletzten zum Arzt geschient werden. Dazu können auch Bretter, Latten, Äste, Skistöcke und Skier verwendet werden. Sie werden gut abgepolstert und an das verletzte Glied unter Einbeziehung der benachbarten Gelenke angelegt und an mehreren Stellen nicht allzu fest angebunden. Bei Beinbrüchen kann das gesunde Bein mit eingebunden oder sogar als „Schiene“ verwendet werden. Spießt das Ende eines Knochens aus einer Wunde, so wird diese Stelle vor dem Schienen lediglich keimfrei abgedeckt und verbunden. Kann der Verletzte nicht selbst laufen, so wird er auf einer improvisierten Trage oder einem Brett zum Arzt transportiert.
Bei Blutung aus einem Ohr nach einem Sturz oder einer Kopfquetschung besteht der Verdacht eines Schädelbruchs.
Der Verletzte ist ruhig zu lagern und sofort einem Arzt zuzuführen.
Bei Verdacht einer Wirbelsäulenverletzung, z.B. nach einem Kopfsprung in flaches Wasser oder einem unglücklichen Sturz von einem Baum, ist behutsame Vorsicht geboten.
Der Verletzte klagt über starke Rückenoder Nackenschmerzen, bzw. er kann bestimmte Gliedmaßen nicht bewegen. Mehrere geübte Gesundheitshelfer heben den Verletzten unter Abstützung des Kopfes ganz gleichmäßig an, eine weitere Person schiebt eine flache, breite und feste Unterlage — 'z.B. eine ausgehängte Tür — unter den Körper. Bewußtlose werden in die stabile Seitenlage gebracht. Ansonsten darf die Lage des Verunglückten möglichst nicht verändert werden, sonst besteht die Gefahr zusätzlicher Rückenmarkverletzungen. Es wird sofort ein Arzt bzw. die Schnelle Medizinische Hilfe über Ruf 110 alarmiert. Dabei muss bereits telefonisch über die Sachlage und die näheren Umstände des Unfalls informiert werden. _________________