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Reinhold


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Camping Tipps: Fahren mit dem Wohnwagenanhänger Teil 1
Verfasst am: 28.02.2009, 15:17

Jeder Anhänger muss zum Zugfahrzeug passen.

Wichtigstes Kriterium ist die Gesamtmasse des Anhängers einschließlich Nutzmasse, die die zulässige und im Kfz-Brief des Zugfahrzeugs angegebene Anhängelast nicht überschreiten darf. Ihre Größe ist für gebremste und ungebremste Anhänger unterschiedlich. Je kleiner die Leermasse des Anhängers und je geringer die Differenz zwischen seiner Gesamtmasse und der zulässigen Anhängelast ist, umso mehr Gepäck kann man einladen. So viel, bis entweder die zulässige Gesamtmasse des Anhängers oder die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs erreicht ist. Es gilt immer der kleinere Wert! Bei einem Wohnwagen kann auch die Leermasse so groß sein wie die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs; dann darf man aber nichts mehr in den Wohnwagen laden.

Die zulässige Anhängelast eines Pkw gibt keinerlei Aufschluß über sein Fahrverhalten mit Anhänger.

Sie wird nämlich vom Hersteller so festgelegt, dass Bremssystem und Karosserie nicht überfordert werden und das Auto auch bei Gespannbetrieb voll lenkfähig bleibt. Kein Pkw ist für Anhängerbetrieb konstruiert; die Antriebsenergie für den Anhänger muss davon seiner eigenen „abzwacken“. Dadurch werden die Beschleunigungswerte schlechter, die erreichbare Höchstgeschwindigkeit geringer. Eine grobe Faustregel für Wohnwagengespanne gibt an, dass das Zugfahrzeug mindestens 44 kW (60 PS) haben sollte, damit man auch mit einem unserer größeren und schwereren Wohnwagen zügig im Verkehrsstrom mithalten kann. Weil es aber auch leichtere und kleinere gibt, müssen wir uns nach einem allgemeingültigen Kriterium umsehen.

Bei einem Wolmwagengespann ist nicht allein das Masse-LeistungsVerhältnis für das Fahrverhalten entscheidend. Bereits ab Geschwindigkeiten von etwa 60 km/h nimmt der Luftwiderstand stark zu (mit der zweiten Potenz der Geschwindigkeit!), er „bremst“ das Gespann und treibt den Benzinverbrauch bei „steifem Gasfuß“ in schwindelhafte Höhen. Ob die zulässigen 80 km/h mit Anhänger in der Ebene überhaupt erreicht werden können, hängt hauptsächlich von zwei Kriterien ab: von der maximalen Motorleistung und der aerodynamisch günstigen Ausformung des Wohnwagenaufbaus. Eine Verbesserung der Luftströmung im Dachbereich kann man mit einer käuflichen Luftleiteinrichtung auf dem Autodach erreichen. Bei Lasten- und Zeltanhängern spielt der Luftwiderstand eine untergeordnete Rolle; sie „verstecken“ sich hinter der Pkw-Karosserie-




Die elektrische Installation der Anhängersteckdose können Sachkundige selbst bewältigen, oder man betraut einen Autoelektriker damit. Zwei Dinge gilt es besonders zu beachten: Bei der technischen Abnahme wird eine Kontrolleuchte im Armaturenbrett gefordert, welche das Mitblinken der Anhängerblinkleuchten signalisiert. Daher ist ein spezielles Kontrollrelais einzubauen. Außerdem sollte Klemme 2 der Anhängersteckdose ständig Bordspannung führen. Das ist beim Camping nicht nur dann vorteilhaft, wenn ein Campinganhänger mitgeführt wird.

Für Gespannbetrieb mit einem Wohnwagen ist eine Spiegelbrücke besonders praktisch.

Sie lässt sich schnell montieren und wieder abnehmen, ohne dass sich die Einstellung der Spiegel verändert. Die käufliche Ausführung kann problemlos an verschiedene Autotypen angepasst, werden.

Nach jedem Ankoppeln des Anhängers an das Zugfahrzeug ist die Verkehrssicherheit zu prüfen.

Dazu gehört die Kontrolle aller Lichter, ob der Stecker in der Anhängersteckdose gegen Herausrutschen geschützt ist (Deckel' mit Klaue heruntergeklappt), dass das Anschlußkabel nicht zu weit herunterhängt, schleift oder zu knapp abgefangen ist (Gefahr des Herausreißens in Kurven) und dass der Sicherungsstift oder der Verschlußhebel an der Kupplung eingerastet ist. Bei einem gebremsten Anhänger müssen die Handbremse gelöst und die Rückfahrsperre eingerastet sein. Die Abreißleine für die Handbremse — soweit vorhanden — muss an einer stabilen Stelle des Fahrzeughecks eingehängt seinSie sorgt dafür, dass der Anhänger abgebremst wird, falls er sich einmal von der Zugvorrichtung losreißen solle. Am besten eignet sich eine an der Traverse der Zugvorrichtung angeschweißte Öse zum Einhängen des Sicherheitsseils. Keinesfalls darf es um die Kugelstütze geschlungen werden; bei Bruch derselben kann dann die Reißleine ihre Aufgabe nicht erfüllen. Bei Campinganhängern müssen die Kurbelstützen vollständig hochgedreht, und das Bugrad muss hochgeklappt sein. Alle Fenster sollen verriegelt und die Lüftungsöffnungen (einschließlich Dachluken und Hubdächer) geschlossen sein (Straßenstaub!). Die Gardinen an Vorder- und Rückfenster werden zur Seite gezogen und befestigt (Durchblick nach hinten!). Schließlich werden die Spiegel so eingestellt, dass man am Anhänger gut vorbeischauen kann, seine hinteren Kanten aber noch sieht. In regelmäßigen Abständen, mindestens aber vor jeder Fahrt, ist der Reifendruck zu prüfen, und bei einem gebremsten Anhänger ist eine Bremsprobe vorzunehmen. Das Ansprechen der Bremse prüft man durch vorsichtiges Rückwärtsfahren: die Räder des Anhängers müssen blockieren. Während der Fahrt zeigen die meisten Anhänger das Funktionieren ihrer Bremsen mit einem deutlichen Ruck bei stärkeren Bremsvorgängen an-

Nur selten hat man das große Glück, dass das Auto-Reserverad am Anhänger passt.

Das bedeutet, dass man bei einer Reifenpanne des Anhängers im wahrsten Sinne „auf dem

Schlauch“ steht, wenn der Anhänger kein eigenes Reserverad hat. Daher ist dringend anzuraten, stets einen Ersatzschlauch passender Größe im Gepäck zu führen. Auch bei schlauchloser Bereifung, denn nicht immer hilft der Reparaturpilz!

Die Fahrbesonderheiten mit Anhängern, besonders aber mit Wohnwagen, führen zu zwei wesentlichen Erscheinungen, mit denen der Gespannfahrer zu rechnen hat:

ein erhöhter Benzinverbrauch und längere ReisezeitenAllgemeingültige Aussagen zum Mehrverbrauch lassen sich kaum machen. Je nach Anhängertyp, Beladung und Fahrbedingungen kann man mit 20 bis 50 Prozent rechnen, aber nur dann, wenn man die sehr unwirtschaftlichen höheren Geschwindigkeiten meidet. Um trotzdem bei längeren Auslandsfahrten kalkulierfähig zu sein, empfehlen wir, schon bei Inlandsreisen den Benzinverbrauch bei Gespannfahrten sorgfältig zu notieren. Beim Reisedurchschnitt kann man mit einem Wohnwagen kaum mehr als 50 km/h ansetzen, so dass man selbst bei Fahrerablösung ohne Strapazen höchstens 400 bis 500 km am Tage vorwärtskommt. Pausen sind dabei inbegriffen, die aber machen bei Wohnwagentouristik auch Spaß!

Wer Last am „Haken“ hat, der sollte fleißig schalten!

Hohe Leistung und ein großes Drehmoment entwickelt der Automotor nämlich nur bei höheren Drehzahlen. An welcher Stelle der Drehzahlskala das höchste Drehmoment liegt, zeigt die Drehmoment-Kennlinie (im allgemeinen bei etwa % der Höchstdrehzahl). Der günstigste Fahrbereich liegt zwischen diesem Wert und der Höchstdrehzahl des Motors. Um diesen immer „vor Augen“ zu haben, empfiehlt sich der Einbau eines Drehzahlmessers. Sinkt die Drehzahl am Berg oder bei Gegenwind stärker ab, dann darf man den Motor nicht mit durchgetretenera

Gaspedal bei niedriger Drehzahl quälen, sondern man schaltet alsbald herunter. Auch beim Beschleunigen und Hochschalten sollten wir die Gänge weiter ausfahren als bei Solobetrieb. Bei Vollast in Verbindung mit dem maximalen Drehrtioment ergibt sich außerdem der geringste Benzinverbrauch beim Beschleunigen.
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Tags: wohnwagen, fahren, tipps, anhänger, anhängelast, benzinverbrauch

 
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