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Reinhold


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Camping Tipps mit dem Fahrrad oder Motorrad
Verfasst am: 05.02.2009, 17:52

Der Urlaub ist sicher für jeden ein Höhepunkt des Jahres, auf den er sich lange freut.

Um dieses schöne Erlebnis nicht zu schmälern oder gar dramatisch enden zu lassen, hier ein Appell besonders an die etwa 3 Millionen Motorradfahrer: Gerade im starken Urlaubsverkehr mit vollbeladenen Maschinen ist ein angemessenes und umsichtiges Fahrverhalten lebenswichtig. Lieber öfter etwas verhaltener, als einmal zu forsch! Das Risiko eines tödlichen Unfalls ist auf einem Motorrad 20mal größer als in einem Pkw. Wirkliche Könner mißt man nicht an crossverdächtigen Kavalierstarts, nicht an rasanter Geschwindigkeit, nicht an gewagten Überholmanövern oder an sonstigem Imponiergehabe, sondern daran, wie rücksichtsvoll sie sich. gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern verhalten, wie sie Gefahrensituationen zu meistern verstehen und an ihrer jederzeit beherrschten Fahrweise.

Motorradtouristen, die längere Zeit mit dem Zelt Urlaub machen wollen, können von der empfohlenen Grundausstattung für Tramper ausgehen.

Dazu ist ergänzende Bekleidung nötig: regendichter Motorradanzug, Nierenschutz, Schutzhelm und Brille, langschäftige Stiefel und warme, lange Socken, Mund-Halstuch, Motorradhandschuhe, dicke Unterwäsche mit langer Unterhose. Außerdem sollten mitgenommen werden: Zeltplane als Sonnen- und Regenschutz, elektrische Lampe mit Handlampenstecker , Wolldecke und, wenn noch Platz ist, an Stelle der Biwakmatte eine Luftmatratze und ein 2oder 5-l-Wasserkanister.

Vor einer längeren Motorradtour kontrollieren wir die Maschine gründlich auf einwandfreien technischen und verkehrssicheren Zustand sowie auf Vollständigkeit des vorgeschriebenen Zubehörs.

Das Werkzeugsortiment sollten wir etwas erweitern, und auch ein paar Ersatzteile können nichts schaden. Wir empfehlen folgendes: zwei Zündkerzen, Kerzenstecker, Unterbrecherkontakt, zwei Kettenschlösser, Ventileinsätze, Reserveschlauch (bei unterschiedlich großen Rädern je einen), Bowdenzüge, mehrere Speichen, Reserveglas für Rückspiegel, Isolierband, Luftdruckprüfer, etwa 1 m Benzinschlauch (auch zum Umfüllen!), Schraubensortiment, Reparaturhandbuch, Handwaschpaste und Putzlappen.

Bei mehrtägigen Motorradreisen sind die täglich zu bewältigenden Kilometer kaum planbar.

Man kann zwar bei größeren Maschinen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 55 bis 65 km/h (bei Kleinkrafträdern mit etwa 40 km/h) rechnen — auf Autobahnen sogar mit 90 km/h (55 km/h) —, aber das Wetter macht den Zweiradfahrern oft einen Strich durch ihre Kalkulation. Bei strömendem Regen kann es Zwangsaufenthalte von mehreren Tagen geben. Unter günstigen Bedingungen lässt sich bei Zeltübernachtung ohne Streß mit einer großen Maschine eine tägliche Strecke von 300 bis 400 km bewältigen, mit einem Kleinkraftrad 200 bis 250 km. Ist man sich seines Übernachtungsplatzes schon sicher, z. B. in einer vorbestellten Jugendherberge, so schafft man wohl auch 50 km mehr.

Bei Motorrädern sind Gruppenfahrten besonders günstig.

Das Gepäck lässt sich besser verteilen, seltener benötigte Ersatzteile und zusätzliches Werkzeug brauchen nur einmal eingepackt zu werden. Gruppenfahrten drosseln aber auch mehr

oder weniger das Durchschnittstempo, da man sich nach dem unerfahrensten Fahrer und der schwächsten Maschine richten muss. Daher empfiehlt es sich, nicht mit Kleinkrafträdern und großen Maschinen gemeinsam auf Fahrt zu gehen. Das führt dazu, dass die kleinen Maschinen ständig mit Vollgas gejagt werden und die großen kaum über den dritten Gang hinauskommen. Will man trotzdem zusammen Urlaub machen, so sollte man getrennt fahren, aber gemeinsam rastenDie geringere Geschwindigkeit der Kleinkrafträder gleicht man entweder durch eine Zeitvorgabe aus, oder die „Brummer“ fahren voraus und machen schon Quartier.

Motorradfahrer im Konvoi müssen sich im Verkehr besonders diszipliniert verhalten.

Ein Nebeneinanderfahren ist ebenso unerlaubt wie häufiger Positionswechsel der Kräder in der Kolonne. Es ist ausreichender Sicherheitsabstand einzuhalten. Fährt ein Teil der Gruppe an einer Ampel noch bei Grün/Gelb über die Kreuzung, so trennt er sich damit automatisch von den nachfolgenden Maschinen. Es ist darum in Städten besser, getrennt zu fahren und sich erst wieder am Ortsausgangsschild zu sammeln.

Bei Krafträdern ist ein Tankrucksack eine feine Sache. Er verbessert die Lastverteilung auf der Maschine und ist auch während der Fahrt zugänglich. Dann kommen alle Gegenstände hinein, die man schnell bei der Hand haben muss: Marschverpflegung, Ausweise, Geld, Karten, Handwaschpaste und Handtuch, Fotoapparat, Ersatzfilme, Sonnenbrille, Handschuhe, Regenplane und Luftdruckprüfer. Einen mit Riemen aufzuschnallenden Tankrucksack mit Reißverschluß kann man sich aus gummiertem Stoff oder imprägnierter Zeltleinwand passend zur Maschine selbst schneidern. Ein bis zwei flache Obertaschen nehmen die kleinen Dinge auf. Am Boden wird weicher Flanellstoff aufgenäht (z. B. Staubtücher), damit der Lack des Tanks nicht zerkratzt wird.

Die Grundausrüstung für Camping mit dem Fahrrad entspricht etwa der für Tramper.

Folgendes sollte ergänzt werden: kurze Jeans, Schal, Stoffmütze mit Schirm, Stauboder Sonnenbrille, statt Wanderschuhe besser knöchelhohe Sportschuhe und Handschuhe.

Tourenfahrräder sind für lange Fahrten geeigneter als Klappräder. Bei letzteren braucht man mehr Energie für die Fortbewegung, weil die viel kleineren Räder einen höheren Rollwiderstand habenWichtig für ermüdungsfreies Fahren ist, dass das Rad den Körpermaßen des Radlers angepasst wird. Der Sattel wird in einer Höhe eingestellt, dass man bei ausgestreckten Beinen noch mit den Zehenspitzen den Boden erreicht. Die Lenkergriffe sollen in gleicher Höhe wie der Sattel oder noch etwas höher stehen, jedoch kann individuell auch eine andere Position entspannender sein-

Beruhigt kann nur der auf eine längere Tour gehen, dessen Fahrrad sich in technisch einwandfreiem Zustand befindet.

Alle zur Verkehrssicherheit beitragenden Einrichtungen (zwei unabhängig voneinander wirkende Bremsen, Klingel, Beleuchtung, Rückstrahler am hinteren Schutzblech und an den Pedalen) müssen funktionieren. Auch ein Rückspiegel sollte vorhanden sein. Es empfiehlt sich, zusätzliches Werkzeug und einige Ersatzteile mitzunehmen, um nicht schließlich den Drahtesel schieben oder gar tragen zu müssen. Wir empfehlen — für zwei oder drei Fahrräder gerechnet — folgende Teile: zwei Ersatzschläuche, Flickzeug, mehrere Kettenschlösser, Ersatzlampen, Bremsklötze, Bowdenzüge für

Bremsen und Schaltung, mehrere Speichen, Ventileinsätze, Isolierband, Schraubensortiment für Fahrräder, Spezialschlüssel für Fahrradmuttern und Speichen, Kombizange, Luftpumpe, kleine Flachfeile und Dorn (etwa 2,5 mm für Kettenreparatur) und Fahrradschloß-

Mit dem Fahrrad sollte man sich keine größere tägliche Strecke als 60 bis 80, allerhöchstens 100 km vornehmen, anfangs weniger, später kann man sich steigern.

Die Fahrgeschwindigkeit soll 12 bis 18 km/h betragen. Ist man mit Kindern unterwegs, muss man deren Kräftehaushalt berücksichtigen und steuern; sie neigen dazu, sich anfangs mehr als notwendig zu verausgaben. Ausdauer kann man schon einmal vor der großen Fahrt testen.

Alle Beteiligten einer Radtour fahren hintereinander, ganz rechts auf der Straße. Wenn vorhanden, müssen Radwege benutzt werden. Der im Straßenverkehr erfahrenste Erwachsene fährt ganz vorn, ein anderer am Ende der Kolonne. Die Gruppe bleibt immer zusammen. Bei Gebirgsfahrten, aber auch bei Gegenwind zahlt sich eine Gangschaltung aus. Man spart Kräfte und ist insgesamt schneller.

Beim Radfahren vermeidet man, wenn es irgend geht, die Hauptverkehrsstraßen.

Besser ist es, Wald-, Feld-, Radwege oder Nebenstraßen zu bevorzugen. Bei einer Panne muss man unbedingt von der Straße herunter. An belebten Kreuzungen oder beim Linksabbiegen im dichten Verkehr ist es keine Schande, das Fahrrad an der Hand zu leiten.
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Tags: camping, motorrad, fahrrad

 
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