Camping Tipps: Packen und Laden Teil 2 Verfasst am: 15.01.2009, 09:05
Ein auf der Heckklappe eines Autos montierter Gepäckträger oder -koffer hat auf den ersten Blick seinen Reiz.
Er behindert die Umströmung des Pkw kaum und erhöht somit den Verbrauch nur unwesentlich. Trotzdem kann man ihn nicht uneingeschränkt empfehlen. Zunächst eignet er sich nur für leichteres Gepäck — mehr halten die Klappenscharniere auf Dauer nicht aus —, andererseits wird die freie Sicht nach hinten versperrt, so dass ein zweiter Außenspiegel notwendig ist. Schließlich behindert ein solcher Aufsatz den freien Zugang zum Kofferraum oder Motor. Bei Autos mit Heckmotor ist zu bedenken, dass die ohnehin ungünstige Achslastverteilung noch weiter verschlechtert wird-
Beim Beladen eines Anhängers darf weder seine zulässige Gesamtmasse noch die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs überschritten werden
Außerdem ist die vorgeschriebene Stützlast an der Anhängekugel durch geeignete Gepäckverteilung im Anhänger einzuhalten. Auch bei der Beladung des Autos ist die zulässige Gesamtmasse nicht zu überschreiten und die Achslastverteilung zu beachten. Das ist vor allem dann für das Fahrverhalten des Gespanns sehr wichtig (Windempfindlichkeit, Lenkfähigkeit, Durchschlagen der Hinterradfederung, Bruchgefahr), wenn die Beladung den Grenzen des Erlaubten sehr nahe kommt.
In jedem Anhänger muss unter Beachtung der zulässigen Nutzmasse die Ladung so verteilt werden, dass die Stützmasse (Stützlast')) an der Kugel der Anhängerkupplung zwischen 5 Prozent der Gesamtmasse des Anhängers und maximal 50 kg liegt.
Ist das Auto konstruktionsbedingt hecklastig (Heckmotor) oder federt es bei Beladung mit dem Heck stark durch, so wählt man am besten den kleinstzulässigen Wert. Das ist bei viel Gepäck ohnehin günstiger, weil sich die zulässige Zuladung des Pkw immer um den Betrag der Stützmasse reduziert-
Wie kann die Stützmasse ermittelt werden? Im Fachhandel gibt es Deichselwaagen zu kaufen, die sehr einfach zu handhaben sind. Diese Ausgabe kann man sich sparen, wenn man eine Personenwaage benutzt. Bei der Wägung sollte sich die Anhängerkupplung etwa in gleicher Höhe befinden wie beim fahrfertigen Gespann; ansonsten wird besonders bei hohem Anhängerschwerpunkt das Wiegeergebnis verfälscht. Durch Unterlegen von Hölzern unter die Waage kann die Deichsel austariert werden. Legt man sie dagegen auf die Waage , so muss das Wiegeergebnis korrigiert werden.
Bei Winterfahrten mit einem Anhänger muss man bei der Gepäckverteilung besonders auf ausreichende Belastung der Antriebsachse achten.
Sichere Straßenhaftung wird erreicht, wenn man dabei bis an die Grenze der zulässigen Achslast geht. Hat man dafür nicht genügend Nutzlast zur Verfügung, so ist es immer noch besser, sich mit Ballast zu behelfen. Dafür eignen sich Sandsäcke, deren Inhalt außerdem beim Anfahren an vereister Steigung weiterhelfen kann.
Beim Beladen eines Campinganhängers gibt es einiges zu beachten. Schwere Gegenstände gehören in die Nähe der Achse, z.B. in die Stauräume über den Radkästen oder zwischen die Sitze. Der Tisch soll abgesenkt werden. Auf die Polsterung der Sitze legt man am besten nichts; allzuleicht kommt das Gepäck ins Rutschen. Auch alle anderen Gegenstände müssen so fest verstaut werden, dass sie bei einer Notbremsung auf dem Platz liegenbleiben. Vor dem erstmaligen Verstauen der Schlafdecken im neuen Wohnwagen sollte man in den Stauräumen nach scharfen Kanten suchen.
Während des Beladens eines nicht angekuppelten Campinganhängers sollten die Kurbelstützen ausgestellt sein. Sonst besteht die Gefahr, dass der Hänger kippt.
Ein Lastenanhänger bringt beim Camping vielerlei Nutzen.
Einesteils braucht man nicht so streng mit den Kilos und dem Gepäckvolumen zu rechnen, andererseits hat man auf dem Zeltplatz ein zusätzliches Gepäckfach, da man einen Anhänger i.allg. am Zelt belassen kann. Lastenanhänger mit verschließbarem Deckel bieten unterwegs
und auf dem Zeltplatz Sicherheit gegen Langfinger. Sperrige und leichtere Gegenstände lassen sich auch auf dem Deckel unterbringen. Dazu ist ein Gepäckgatter günstig; die höchstzulässige Deckellast muss beachtet werden. Gepäck auf dem Deckel verschlechtert aber das Fahrverhalten des Anhängers, besonders in Kurven, weil sich sein Schwerpunkt nach oben verlagert. Anhänger mit Hochplane und Spriegel haben ein größeres, vor Witterungsunbilden beschütztes Gepäckvolumen, dafür sind sie aber nicht einbruchsicher. Einen Anhänger kauft man passend zum Zugfahrzeug. Die zulässige Gesamtmasse soll etwa gleich der Anhängerlast des Zugfahrzeugs sein oder kleiner. Ist der Anhänger nämlich zu groß ausgefallen, dann kann man wegen der größeren Eigenmasse oft weniger Last transportieren als in einem kleineren. Weniger bei Campingreisen, aber beim Transport sperriger Güter ist eine herausnehmbare Heckwand günstig.
Es gibt bei Lastenanhängem auch Ausführungen, bei denen sich der Kasten abnehmen lässt oder sich die Seitenwände einklappen lassen. Solche Anhänger lassen sich — in einer Garage hochkant gestellt — sehr raumsparend unterbringen.
Die Gepäckbeförderung auf Motorrädern — besonders auf Kleinkrafträdern — ist nach Masse und Volumen begrenzt.
Die höchstzulässige Nutzmasse liegt etwa zwischen 150 und 190kg und ist den Fahrzeugpapieren zu entnehmen. Weil Fahrerund Beifahrergewicht dazuzählen, ist es günstiger, lange Fahrten ohne Sozius zu unternehmen. Dann kann man hinten viel mehr aufladen, ohne dass die Maschine hecklastig wird, beim Anfahren „Männchen macht“ und sich ihr Lenkverhalten verschlechtert. Das Gepäck muss immer so geladen werden, dass keine Stücke über die Lenkerenden bzw. Spiegel herausragen. Auch hohe Auftürmungen, die den Schwerpunkt nach oben verlagern, sind zu vermeiden. Der Fahrer darf in keiner Weise behindert sein, und auch der Beifahrer muss noch bequem sitzen können. Gepäck ist sicher zu befestigen. Gurte müssen nach den ersten Kilometern nachgezogen werden, weil sie sich beim Gerüttel-der Fahrt anfangs wieder lockern. Zur Gepäckbefestigung sind starke Gummischnüre (aus einem Expander) besser geeignet als die oft rutschenden Lederriemen.
Gegen Straßenstaub und Feuchtigkeit schützen wir das Gepäck am besten in Plastiksäcken.
Auf Seitengepäckträger am Motorrad muss man sicher nicht hinweisen.
Sie sind festes Requisit nicht nur bei zeltenden Motorradfahrern. Wichtig ist, dass eine möglichst stabile Ausführung erworben und sie sorgfältig an der Maschine befestigt wird. Seitengepäckträger dürfen — auch wenn die zulässige Nutzmasse noch nicht erreicht ist — niemals so schwer beladen werden, dass sie das Vorderrad entlasten und die Maschine in ihrer Lenkbarkeit einschränken. Ein Pendeln des Vorderrads während der Fahrt deutet auf diese Gefahr hin. Es ist dann besser, einen Teil des Gepäcks vor dem Fahrer auf dem Tank aufzuschnallen
Nicht allein die zulässige Nutzmasse eines Motorrads zieht beim Beladen der Gepäckträger eine obere Grenze. Auch ihre vom Hersteller angegebene Tragfähigkeit darf nicht überschritten werden. Das sollte man bereits beim Kauf beachten-
Auf Fahrrädern kann die Ausrüstung auf zwei Gepäckträgern — vorn und hinten — und in Seitentaschen untergebracht werden. So vermeidet man auch Heck Lastigkeit. Eine schmale Lenkertasche nimmt kleine Gegenstände auf, die man schnell zur Hand haben möchte. Bei Herrenrädern kann ein schmaler Gepäckbeutel auch noch an die Querstange gebunden werden. Der Rücken eines Radfahrers soll möglichst frei von Gepäck bleiben, höchstens ein ganz kleines Rucksäcklein sei empfohlen. _________________