Camping Tipps: Sammeln und Basteln Verfasst am: 24.06.2009, 04:09
Im Urlaub haben wir endlich reichlich Zeit für unsere Kleinsten.
Wir werfen das bereits uninteressante, teilweise wenig zur Kreativität anregende Universalspielzeug in die Ecke und schaffen uns eigenes aus dem unerschöpflichen Materiallager der Natur. Warum sollen wir ein fertiges Plastiksegelboot im Strandmagazin kaufen, wenn wir aus Borke, Zweigen, Binsenhalmen, Schilf, Bast, Bindfäden und Stoffresten einen eigenen Windjammer oder ein abenteuerliches Floß basteln können? Da bauen wir Anlagen, die sich richtig nach ingenieurtechnischen Gesetzen bewegen, eine Windmühle oder ein Wasserrad am Rinnsal, das über eine abenteuerliche Holzmechanik eine Hammerschmiede anzutreiben vermag. Die dazugehörigen Landschaften, Block- und Palmenhütten, Zäune, Bäume und Verkehrsstraßen bilden wir aus Moos, Flechten, Wurzeln, Zweigen, Blättern und Kieseln. Solcherart mit der Hinzuwendung der Eltern beschenkte Kinder befriedigen nicht nur ihren Spieldrang auf kurzweilige Weise, sie erlernen beim zwanglosen Mittun auch physikalische Zusammenhänge und konstruktive Lösungen mit einfachsten Mitteln zu finden.
Der Bau einer Sonnenuhr auf dem Campingplatz ist nicht schwer. Wir suchen uns dazu einen ganztägig schattenfreien Platz, ebnen ihn etwas ein und stecken einen "Schattenstab" unter einem Winkel von etwa 52 ° gegenüber der Horizontalen so in die Erde, dass er nach Norden geneigt ist (exakt müßte der Neigungswinkel der geografischen Breite des jeweiligen Orts entsprechen). Wir eichen unsere Sonnenuhr am einfachsten anhand der Realzeit, die unsere Armbanduhr anzeigt, indem wir die Lage des Schattens stündlich mit einer Muschel, einem Steinchen o. ä. im Halbkreis um den Schattenstab markieren. Bei dem gewählten waagerechten Zifferblatt ergeben sich jedoch keine gleichmäßigen Abstände. Die Lage des Schattens bei 6.00 h, 12.00 h und 18.00 h heben wir besonders hervor, z. B. durch etwas größere Steine.
Getrocknete und gepreßte Gräser, Blüten und Blätter können, auf Karton geklebt und unter Glas gerahmt, einen sehr geschmackvollen Wandschmuck für die Wohnung ergeben.
Sie lassen sich aber mit feinfühliger Hand und kritischen Augen auch zu sehr kunstvollen Collagen — Stilleben, Landschaften oder Phantasiegestalten — ordnenViele Großgräser, Rohrkolben, Samenkapseln (Mohn!), Binsenhalme u. a. ergeben, getrocknet und geschmackvoll arrangiert, einen attraktiven Zimmerschmuck in einer Vase-
Aus Wurzeln, Stockschwämmen, Steinen, Donnerkeilen, Versteinerungen, Muscheln und ähnlichen Naturmaterialien lassen sich sehr dekorative Plastikische Wandbilder oder räumliche Gebilde als Wand- oder Tischdekoration zusammenstellen.
Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wenn wir mit unserer provisorischen Anordnung der Einzelstücke auf dem Campingtisch zufrieden sind, kleben wir alles nacheinander auf einer stabilen Pappoder Holztafel auf. Die seitliche Begrenzung muss nicht unbedingt ebenmäßig sein, auch dann nicht, wenn das Ganze als Wandschmuck verwendet werden
Soll. Auch auf einen Rahmen kann man verzichten, wenn man gleich eine Begrenzung aus Steinen, Flechtwerk, Holzstücken oder Muscheln mit aufklebt.
Größere Wurzelstöcke, Stämme oder Feuersteine mit Aushöhlungen lassen sich zu Hause mit Kakteen oder anderen, wenig wasserbedürftigen Gewächsen bepflanzen.
Solche Kompositionen sind sowohl für Garten oder Balkon als auch als Zimmerschmuck oder in einem Blumenfenster geeignet.
Wenn wir nun auf die unvermeidlichen Steinfiguren zu sprechen kommen, werden uns manche naserümpfend der Verherrlichung des Kitschs zeihen.
Sicher, große Kunst ist mit diesen Mitteln kaum zu schaffen, aber Originalität ist schon drin! Wenn wir darauf verzichten, die einfallslosen, bemalten Steinmännecken nachzuempfinden, wie sie uns mit platten Gesichtern aus manchem Souvenirladen dümmlich entgegengrinsen, dann ist schon viel erreicht. Aus bizarr geformten Steinen, Wurzeln, vom Seesand geschliffenen Holzresten, aus Muscheln, Bast und Flechten, vielleicht einem Pelzrest als „Haar“, lassen sich unter Ausnutzung der natürlichen Formen recht phantasievolle Saurier, Lindwürmer, Waldschrate, sogar ganze Räuberlager oder Rockmusikgruppen und lustige Tiere zusammensetzen. Bei solchen Basteleien schärft sich nicht nur der Blick für das Naturmaterial, es entstehen auch persönliche Erinnerungsstücke oder ein sehr individuelles Geschenk. _________________