Sonne in Maßen ist eine kostenlose und heilkräftige Medizin, in Massen ist sie ein heimtückischer Feind!
In vernünftiger Dosis regen Anteile ihrer ultravioletten Strahlung (UV-Strahlung) die Pigmentbildung in der Haut an, töten Bakterien ab und fördern die Abwehrkräfte des Organismus. Sie unterstützen die Bildung der für das Knochengerüst wichtigen Vitamine D 2, 4 und 5. Setzt man seinen Körper dagegen unvernünftig lange der Sonne aus, so kann es außer zu schweren Sonnenbränden auch zu Sonnenstich, Hitzschlag und anderen Gefahren für die Gesundheit kommen. Eine gesunde Bräune möchte wohl jeder aus dem Urlaub mit nach Hause bringen, ein andauerndes „Rösten“ ist aber in jedem Falle schädlich und kann auch zu Spätfolgen, wie vorzeitiger Alterung der Haut mit Runzelbildung und Verhornung, zu fleckigen Pigmentveränderungen, sogar zu Hautkrebs führen. Der Grad der Bräune steht in keinem Zusammenhang mit dem Nutzen der Sonneneinwirkung für den Organismus!
In den ersten Urlaubstagen sollten der Sonnenbestrahlung noch Ungewöhnte ihre Haut erst allmählich der vollen Sonne aussetzen.
Dabei kann es nützlich sein, sich am ersten Tag in Badebekleidung vorrangig am Zelt, im sonnendurchkringelten Halbschatten des Waldes aufzuhalten. Das für jeden Menschen individuell Verträgliche ist von Typ zu Typ verschieden. Hellhäutige, „echt“ blonde oder rotblonde Typen vertragen im allgemeinen weniger Sonne, dunkelhäutige oder brünette dagegen mehrSonnenempfindliche fangen mit 5 bis 10 Minuten Sonnenbad an, danach sind die weniger stabilen Hautpartien und der Kopf schon abzudecken. In den nächsten Tagen kann die Dosis allmählich gesteigert werden. Ein Lichtschutzpräparat kann die Haut zwar widerstandfähiger machen und einen Teil der Sonnenstrahlung abfangen, es kann den Sonnenbrand damit aber nur hinausschieben, verhindern kann es ihn nicht! Sonnenschutzpräparate werden vor dem Sonnenbad aufgetragen, nicht erst nach dem Sonnenbrand!
Absoluter Nonsens ist die Behauptung, dass sich die Haut erst richtig schälen muss, damit sie ordentlich braun werden kann.
Was sich da auf großen Körperpartien schmerzhaft abschuppt — rosa bis rot entzündete Haut darunter hervortreten lassend —, das sind von der Sonne verschmorte, vordem völlig intakte Hautpartien, die sich gut und gerne noch eine ganze Weile hätten brauchen lassen. Derart erworbene „Bräune“, meist eher eine Gräue, hält außerdem nur kurze Zeit. Welcher klardenkende Mensch würde sich dafür freiwillig einige seiner wertvollen Urlaubstage verderben?
Die Gefahr eines Sonnenbrandes wächst in Gegenden mit besonders sauberer Luft (See, Hochgebirge) und starker UV-Reflexion an der Oberfläche (Schnee, Strand, Wasser).
Vor allem die pralle Mittagsonne ist dort zu meiden. Ein leichter Wind täuscht gern trügerische Kühle auf der Haut vor, er kann aber die UV-Strahlung nicht fortblasen.
Vorsicht vor Sonnenbrand beim Brettsegeln und in einem offenen Boot!
Die sengenden Strahlen kommen vom Himmel und reflektiert auch vom Wasser, und der leichte Luftzug des Fahrtwindes vermittelt angenehme Kühle. Man merkt das Verhängnis leider oft erst dann, wenn es schon zu spät ist. Besonders gefährlich wird die Sache, wenn man in einem sonnenüberfluteten Boot oder auf einer schwimmenden Luftmatratze einschlummert: Ein Wasserspritzer auf den aufgeheizten Körper kann sofortigen Reflextod bewirken!
Bei den ersten Anzeichen eines beginnenden Sonnenbrands oder Sonnenstichs — das sind juckende Haut, Benommenheit, Schwindelgefühl oder Kopfschmerz — ist sofort für Schatten, wenigstens aber für Schutz der Haut und des Kopfes vor der sengenden Sonne zu sorgen-
Man kann auch zwischendurch mal ins Wasser gehen, muss aber den Körper vorher durch ein paar Spritzer abkühlen. Völlig falsch wäre es, den von langer Sonnenbestrahlung aufgeheizten Körper mit einem zackigen Sprung in die kühle Flut „abzuschrecken“; sie kann dabei leicht zum kühlen Grabe werden!
Baden und Schwimmen sind wohl die willkommensten Vergnügen, wenn man auf einem Campingplatz am Wasser Quartier bezogen hat.
Sie bringen außer dem reinen Badespaß auch Entspannung und aktivieren alle Körperfunktionen. Wasser, Sonne und sportliche Betätigung wirken als sich ergänzende Reize auf unseren Organismus, fördern die Durchblutung und stärken den Kreislauf. Herz- und Kreislaufkranke jedoch müssen ihre Schwimmbelastbarkeit und die günstigste Badedauer vor Urlaubsantritt mit ihrem Arzt besprechen. Für sie ist das Schwimmen parallel zum Ufer — nicht ins tiefe Wasser hinein — zu empfehlen; der Rückweg ist dann bei Erschöpfung sehr kurz!
Vor Badegefahren muss man vor allem die Kinder warnen.
Sie erkennen sie noch nicht selbst. Trotzdem ist es erschreckend, wie viele Erwachsene trotz besseren Wissens ein schlechtes Vorbild geben und die Gefahren und Verbote beim Baden mißachten. Die größte Zahl von Badeunfällen ereignet sich bei jungen Männern! Es ist darum sicher nicht unnütz, in den folgenden Abschnitten die wichtigsten Baderegeln zu erläutern und die Gefahren aufzudecken, damit unser fröhliches Getummel im nassen Element nicht eines Tages ein tragisches Ende nimmt. _________________