Camping Tipps: Vor und nach der Abreise Verfasst am: 22.04.2009, 04:24
Schon einige Tage vor Urlaubsende reinigen wir an einem trockenen Tag unser Zelt gründlich von innen und außen. Das sollte man bei einem längeren Aufenthalt außerdem mindestens alle 10 bis 14 Tage tun.
Um den Staub vom Dach zu bekommen, ist leichter Wind ein willkommener Helfer, aber nur, wenn man dabei auch an die Nachbarn denkt. Zur Reinigung von Steilwandzelten binden wir eine nicht zu weiche Polsterbürste an einen langen Stab. Damit erreichen wir auch alle Stellen auf dem Dach. Leichtes Klopfen von innen gegen das Gewebe lockert den Schmutz. Ausbürsten schadet der Imprägnierung nicht; der Feuchtigkeitsschutz verbessert sich sogar, wenn man die Bürste immer in Richtung des Wasserablaufs führt.
Fenster und Faulstreifen am Zelt werden vor der Abreise zunächst trocken abgekehrt, dann mit Fitwasser oder einer milden Seifenlauge gesäubert.
Zum Abtrocknen bindet oder hängt man den Faulstreifen etwas hoch. Zeltböden sind auch bei trockenem Wetter unten immer feucht und verschmutzt. Sie werden am besten während des Zusammenrollens des zusammengelegten Zelts abgekehrt und feucht abgewischt (trocknen lassen, bevor weitergerollt wird!). Auch die Zeltnägel und Heringe werden vom gröbsten Schmutz befreit; denn Aluminium wird von Erde angegriffen und zerfällt allmählich zu Pulver.
Was wir von unseren Campingutensilien an Ort und Stelle gründlich säubern und was absolut (!) trocken verpackt werden kann, brauchen wir zu Hause nicht noch einmal auszupacken.
Schwieriger wird es nach der Abreise an einem Regentag oder auch nur bei feuchtem Wetter. In den Stoffen — Zeltleinwand, Decken, Sesselbezügen — können sich bei Feuchtigkeit schon nach einem Tag Stockflecken, verbunden mit muffigem Geruch, bilden. Daher müssen feucht eingepackte Sachen zu Hause sofort ausgepackt und gründlich getrocknet werdenDas Entfernen von Stockflecken ist mühselig.
Nach Zusammenlegen der Zelte sollen Gummiteile (Spannringe, gummierte Zeltböden) mit Folienteilen, besonders den Fenstern, nicht in Berührung sein. Infolge Wanderung des Weichmachers kommt es zu Verfärbungen in der Folie, die sich niemals wieder entfernen lassenAus dem gleichen Grund legen wir auch keine Luftmatratzen direkt auf den mit Kunstleder bezogenen Deckel eines Zeltanhängers. Bei großer Hitze kann das Matratzenmuster regelrecht auf den Deckel kopiert werden.
Jeder Camper kennt das Problem, eine Luftmatratze vollständig zu entleeren.
Hat man reichlich Zeit, so zieht man einfach die Stöpsel heraus und lässt die Matratze, ausgebreitet auf flacher, ebener Unterlage, langsam zusammensinken. Nach 1 bis 2 Stunden hat sie ihr inneres Sein restlos ausgehaucht. Schichtet man mehrere aufeinander, so geht es etwas schnellerDieser Ratschlag nützt denen wenig, die es eilig haben. Es hat dann wenig Sinn, die Matratze zu knicken und zu quetschen; die Restluft sammelt sich in den Ecken an und will nicht heraus. Da ist es schon besser, in Richtung des Ventils stramm zu rollen. Eine Campingluftpumpe, die sich auf „saugen“ umstellen lässt, oder ein umgebauter Campingkompressor lassen das Entleeren zu einem Kinderspiel werden.
Bei der Abreise ist unser Gepäck infolge der verbrauchten Vorräte meist etwas entlastet.
Wir können daran denken, etwas mitzunehmen, was zu Hause nicht ganz so leicht zu beschaffen ist. Da wäre z.B. ein Säckchen mit feinem Seesand für unseren „Hansi" im Bauer. Solcher
Sand ist durch seinen Anteil zermahlener Muschelschalen sehr kalkhaltig und darum als Vogelsand gut geeignet. Oder wie wäre es mit Feuersteinen für unseren Steingarten? Eignet sich nicht diese trockene Wurzel dort als dekorativer, bepflanzbarer Vorgartenoder Balkonschmuck? Vielleicht finden wir irgendwo am Wasser Ton für unsere Hobbytöpferei!
Am Tage der Abreise melden wir uns auf dem Campingplatz ab. Ausgeliehene Bücher und Campingartikel haben wir schon vorher abgegeben. Mit lieben Urlaubsbekanntschaften werden die Adressen getauscht, oder es wird schon ein Treffen vereinbart (das mitunter sogar zustande kommt!)Auch von den unmittelbaren Zeltnachbarn sollten wir uns kurz verabschieden. Die Kinder sagen ihren Spielkameraden Lebewohl und versprechen hoch und heilig, ganz bestimmt vielleicht irgendwann bald zu schreiben.
Wer sehr früh am Morgen abreist, der möge Rücksicht auf seine Nachbarn nehmen!
Beim Zeltabbau bedarf es keines großen „Hallos“, Heringe und Gestängeteile muss man nicht mit hellem Klingen auf einen Haufen werfen. Nach Rücksprache mit dem Zeltplatzleiter ist es vielleicht auch möglich, das Auto schon am Vorabend ans Zelt zu fahren und teilweise zu beladen.
Unmittelbar vor der Abfahrt kontrollieren wir die Verkehrssicherheit von Auto und Anhänger gründlich. Aggressive Feuchtigkeit (besonders der salzhaltigen Seeluft) hat schon so manchen Kontakt oxidieren lassen. Es schadet daher nichts, bei eingeschalteten Lichtern einmal kräftig am Stecker des Anhängers zu rütteln. Unsichere Steckverbinder, eventuell sogar mit verbogenen oder breitgequetschten Kontaktstiften, können lebensgefährliche Verkehrssituationen heraufbeschwören und müssen darum sofort gewechselt werden. Den Stecker kann man übrigens während des Aufenthalts durch Aufschieben einer großen Mostkappe schützen.
Mit Campinganhängern sollen — besonders nach einem Kurzaufenthalt oder wenn das Heimweh die Gedanken beflügelt — nervöse Fahrer schon mit ausgestellten Stützen oder ausgefahrenem Bugrad abgefahren sein.
Vor dem endgültigen Aufbruch ein letzter Blick in die Runde: nichts vergessen, alle Gräben und Gruben zugeschippt, alle Leinen eingeholt und keine Abfälle zurückgelassen? Der Stellplatz wird in jedem Falle leer und sauber hinterlassen, bestenfalls bleibt unser Feldblumenstrauß als Gruß für die Nachfolger am Ort unserer Urlaubsfreuden zurück.
Dauerzelter haben mitunter die Unsitte, nach Abschluß der Saison auf ihrem „angestammten Platz" zur Terrainsicherung Gestelle, Trittroste und sonstigen Rümpel zurückzulassen.
Ein solches Areal ist kein gepachtetes Grundstück, über das der Dauerzelter außerhalb der Zeit seiner gültigen Campinggenehmigung verfügen darf. Darum muss er seinen Platz ebenso leer und aufgeräumt verlassen, wie das jeder andere Zelter auch tun muss. Ob er ihn im nächsten Jahr wieder belegen darf, hängt davon ab, ob er einen Dauerzeltschein bekommt und ob der Platzleiter damit einverstanden ist-
Vor der Abreise von einem Wintercampingplatz fegen wir den Schnee vom Anhänger.
Das ist nicht nur wegen der nicht unerheblichen Zusatzlast und der damit verbundenen Schwerpunktverlagerung am Anhänger wichtig, sondem wir denken auch daran, was passiert, wenn die vom Fahrtwind herabgewehte Schneelawine ein nachfolgendes Fahrzeug trifft.
Wohnwagen, Autos und sonstige Anhänger werden erst zu Hause gewaschen.
Auf dem Zeltplatz ist das sowieso meist nicht erlaubt. Außerdem schmutzen sie auf der Heimfahrt wieder ein. Im Gegenteil, so fliegt lockerer Staub durch den Fahrtwind davon. _________________