Camping Tipps: Wassersport mit Booten Teil 1 Verfasst am: 23.05.2009, 20:31
Wer den Kurs des Bootes bestimmt — auch von einem Paddeloder Ruderboot — der ist der Bootsführer!
Er ist an Bord für die Sicherheit verantwortlich, was er bestimmt, das wird auch gemacht! Er sorgt dafür, dass die Ausrüstung vollständig und das Boot in betriebssicherem Zustand ist und dass es nach den geltenden Fahrregeln geführt wird. Der Bootsführer muss nicht unbedingt selbst steuern, er kann auch eine andere geeignete Person unter seiner unmittelbaren Aufsicht damit beauftragen. Der Bootsführer darf auf keinerlei Weise in seiner Entscheidungskraft eingeschränkt sein (Medikamente, Übermüdung) oder gar unter Alkohol stehen.
Sportboote sind i.allg. zwar nicht ausgesprochene Schönwetterboote, aber auch nicht für allzu rauhe See gebaut. Darum dürfen sie nur bis zu Wind- und Seegangsstärken das Wasser befahren, die keine Gefahren für Mannschaft und Boot bringen können.
Aber man kann sich täuschen! Wenn man sich in der Nähe des Ufers mit ablandigem Wind oder in einer geschützten Bucht befindet, so scheint alles friedlich zu sein. Fährt man dann etwas hinaus oder biegt um den nächsten Haken, so ist man plötzlich in hohen Wellen. Bei einem bißchen „Herumschippern“ am Ufer ist das nicht weiter schlimm; man kann umkehren. Die großen Favoriten unter den Gewässern sollten Neulinge aber zunächst überhaupt nicht und „Könner“ erst dann befahren, wenn eine stabile Großwetterlage ohne Sturm angesagt ist.
Bei stärkerem Wind und Wellengang ist das Festmachen eines leichten Bootes im Wasser — wenn man keine geschützte Bucht oder eine Steganlage vorfindet — immer ein Problem.
Es ist dann noch am besten, vorausgesetzt, es ist auf der Wasserfläche genügend Raum, das Boot nur vorn am Pfahl festzumachen, damit es sich mit dem Bug immer gegen die Wellen drehen kann. Trotzdem sollte man es zusätzlich mit dem Anker an loser Leine sichern, denn ein Pfahl kann aus dem Grund gerissen werden, die Leine sich durchscheuern. Wer einmal ein von den Wellen ans steinige Ufer geschmettertes Faltboot bergen musste — ein Häuflein Kleinholz mit zerschlitzter und zerriebener Haut —, der wird in Zukunft sorgsamer vorgehen. Bei sehr starkem Seegang oder wenn i man das Boot nicht im unmittelbaren Blickfeld hat — also auch nachts — ist es in jedem Falle besser und sicherer, man holt es an Land. Auf manchen Zeltplätzen an Bodden und Haffs (Grenzgewässer!) wird das zwischen Sonnenuntergang und -aufgang ohnehin gefordert.
Seegang und Wind müssen nicht immer aus der gleichen Richtung kommen.
Das ankernde Boot wird dann von den Wellen seitlich getroffen, was vor allem den leichten Faltbootkonstruktionen mit niedrigem Freibord zu schaffen machen kann. Um es in eine günstigere Lage zu den Wellen zu bringen, kann man auf der Luvseite eine Ankerspring legen. Durch Anholen oder Fieren der Spring lässt sich die Lage des Bootes von Bord aus leicht korrigieren-
Sind Kinder im Boot, die noch nicht schwimmen können, so sind geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen.
Dazu gehört das Fahren in Ufernähe ebenso, wie dem Kind eine Schwimmweste, einen Schwimmkragen oder -ring anzulegen. Dafür sind aber die schwächlichen Ausführungen aus geschweißter Plastikfolie nicht geeignetKeinesfalls sollte man Nichtschwimmer im Boot festbinden; das könnte beim Kentern tödlich sein!
Es wird oft der Rat erteilt, dass man den Kurs des Bootes so einrichten sollte, dass die Wellen möglichst direkt oder schräg von vorn auf das Boot treffen.
Das gilt aber vor allem für langsamfahrende Boote (z.B. Paddeloder Ruderboote). Wenn die Wellen noch nicht zu hoch sind, kann es bei schnelleren und vor allem kurzen Booten (z. B. dem DELPHIN 140 als Motorboot) viel günstiger sein, wenn man die Wellen in Querfahrt „ausreitet“. Wenn man die Fahrgeschwindigkeit der Wellenbewegung anpaßt (gleichschnelloder etwas schneller), können sie sogar von hinten oder schräg auf das Boot treffen. Es ist ganz erstaunlich, wie wenig Wasser man dann auch bei stärkerem Seegang abbekommt; die Mannschaft und das Boot innen bleiben trocken!
Wer vorausschauend fährt, um nicht auf Grund zu laufen, der verfolgt die Tiefenlinie auf dem Kartenmaterial.
Auch wenn diese nur sehr grob abgestuft sind, kann man doch am Verlauf der „flachsten“ Linie (z. B. der für 2 m Wassertiefe) Rückschlüsse auf das Wasser unterm Kiel ziehen. Bildet so eine Linie z. B. im Uferbereich eine „Zunge“, dann wird es innerhalb dieser sicher sehr flach. Schließt sie sich inmitten des Wassers zu einem „Auge“, so deutet das auf einen unterseeischen „Berg“ hin. In befischten Gebieten hat man auch mit Pfählen zu rechnen, die nur knapp unter die Wasserlinie reichen, an Steilküsten auch mit großen Steinen.
Das Schilf oder andere Wassergräser soll man weder mit Paddelnoch mit sonstigen Sportbooten durchfahren.
Es schützt das Ufer gegen Wellenschlag, wird im Winter teilweise als Rohstoff für Matten oder Schilfdächer geerntet und bietet zahlreichem Wassergeflügel sicheren UnterschlupfDarum sollte man auch nicht mit Motorgetöse dicht am Schilf vorbeifahren. Häufig finden sich im Schilf aber kleine sandige Buchten, in die man hineinpaddeln kann. Sie sind zu einer Rast oder zum Übernachten wie geschaffen. _________________