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Reinhold


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Camping Tipps: Wassersport mit Booten Teil 2
Verfasst am: 28.05.2009, 00:58

Einige Bemerkungen zur Fahrgeschwindigkeit von Motorbooten. Sie hängt hauptsächlich von Bootsform und Belastung ab, von der Motorleistung viel weniger, als man gemeinhin glaubt. Für eine nur 25 Prozent höhere Fahrgeschwindigkeit kann beim gleichen Boot bereits die doppelte Antriebsleistung notwendig werden. Noch bemerkenswerter ist der umgekehrte Fall als Rechenexempel der Fahrökonomie: Bei nur 20 Prozent verringerter Bootsgeschwindigkeit wird dem Motor nur die halbe Leistung abgefordert, und das muss sich bedeutend auf seinen Verbrauch, sein Geräusch und seine Lebensdauer auswirken. Das ist das Grundgesetz des Wassertransports: Große Lasten können langsam mit sehr geringem Energieaufwand bewegt werden! Zeit hat man schließlich im Urlaub, und der Neuling hat es bald heraus: Die Eindrücke des Wasserwanderns werden von der Verweilzeit geprägt, von der langsam vorbeiziehenden Landschaftskulisse, viel weniger von den durcheilten Kilometern!

Für den Fall, dass der Motor unwiderruflich stehenbleibt oder man auf andere Weise in Seenot gerät, sollte jeder Wassersportler die wichtigsten Notsignale kennen.

Auf den im allgemeinen stark befahrenen Binnengewässern genügen kreisende Bewegungen mit dem ausgestreckten Arm, am Tage wird ein Hemd oder ein anderer auffälliger Gegenstand geschwenkt, nachts eine Lampe. Auf den einsameren Seegewässern können dagegen auch andere Signale erforderlich sein, dazu zählen

  1. anhaltende Töne mit dem Signalhorn oder
  2. ein Sichtsignal, bestehend aus einer viereckigen Flagge und darüber oder darunter ein Ball (bzw. etwas, das so ähnlich aussieht; notfalls helfen ein Hemd und ein Kugelfender).

Es ist selbstverständlich, dass man — ebenso, wie mit den Hilferufen beim Baden — mit Notsignalen keinen Unsinn treiben darf und sie nur in begründeten Fällen von akuter Gefahr abgibt oder wenn man aus eigenen Kräften nicht mehr das Ufer zu erreichen vermag.

Wer bemerkt, dass andere Wassersportler in Seenot sind, muss unverzüglich Hilfe leisten.

Das ist keine Sache, auf die man sich nur einlässt, wenn man gerade Lust dazu verspürt, sondern eine Pflicht. Kein Paddler wird z. B. vollständige Hilfe vor Ort leisten können, wenn eine Jacht mit sechsköpfiger Besatzung zu kentern droht, aber wenn er beispielsweise „nur“ ein Kind an Bord nimmt, so hat er sehr viel getan!

Kein Gesundheitshelfer darf sich auf Dinge einlassen, die Sache eines Arztes sind.

Auf Fischereigewässern kann man häufig mitten im Wasser ein kleines Fähnchen bemerken, neben dem meist ein oder zwei Bälle schwimmen.

In einiger Entfernung sieht man weitere dieser Markierungen. Dazwischen spannen die Fischer ihre Schnüre und Netze. Die Fähnchen sind immer an der Seite zu umfahren, an der keine Boje liegt. Beachtet man das nicht, so macht man sich im höchsten Maße unbeliebt, weil Propeller oder Schwert das Fischereigerät zerreißen können. Hat man es aber doch einmal verpaßt — z. B. bei einer nächtlichen Ausfahrt —, und es gibt einen Ruck im Boot, dann ist sofort der Motor stillzusetzen, bevor sich der Propeller als Garnhaspel betätigt. Beim Segeln ist das Schwert sofort aufzuholen.

Bei Reusenstangen ist die Sache ebenfalls klar: die letzte Stange, oft durch einen angebundenen Lappen, ein Netz oder ein Reisigbüschel markiert, begrenzt die Fangzone.

Eines der unvergeßlichsten Erlebnisse für jeden Wassersportler ist wohl eine Ausfahrt während einer lauen, windstillen Sommernacht.

Die schimmernden Zelte werden immer kleiner und verglühen am zurückweichenden Ufer zu winzigen Lichtpunkten, während die bleiche Sichel unseres nächtlichen Begleiters einen silbri-

gen Streif in die kräuselnden Fluten gießt. Ein aufgeschreckter Wasservogel fährt lärmend ins Ried, und die nachfolgende, beinahe schon wieder „hörbare“ Stille wird nur vom Schlapsen der Paddel und dem Gegluckse des Kielwassers unterbrochen. Jedoch ist eine Nachtfahrt nicht ohne Gefahren: Reusenpfähle tauchen überraschend aus der Finsternis auf. Da schwimmt ein Balken im Wasser, auf den ein allzu forscher Sportfreund aufbrummen kann. Auch Flachwasserstellen oder treibende Wasserpflanzen sind nicht mehr auf einen Blick auszumachen, und das kann bei einem Motorboot zumindest den Scherstift kosten. Sein Wechsel ist in der Dunkelheit eine besonders widrige Angelegenheit.

In große Verwirrung kann man am Ende der Nachtfahrt geraten, wenn man wieder am vertrauten Gestade anlegen will.

Dann narrt die Dunkelheit unseren Orientierungssinn. Wo ist nur die helle Sandschurre geblieben, die kleine Bucht im Schilf mit dem Pfahl fürs Boot? Aber man kann solches Herumirren vermeiden. Schon bei der Abfahrt merken wir uns die Ufersilhouette, prägen uns markante Punkte ein, wie beispielsweise einen herausragenden Baum mit bizarrem Gipfel, der sich gegen den Nachthimmel deutlich abhebt. Zur Nachtfahrt sollte eine starke Handlampe immer im Boot sein. Fernab einer Schiffahrtsroute ist es auch möglich, eine farbige Laterne am Ufer aufzustellen. Werden 2 davon hintereinander in verschiedenen Höhen postiert, so kann man vom Wasser aus sogar erkennen, von welcher Seite aus man sich der Landungsstelle nähert. So trifft man haargenau! Wasserwanderern empfehlen wir dringend, noch vor Hereinbrechen der Dämmerung am Ufer des auserwählten Zeltplatzes anzulegen. Es kann Verzögerungen geben, und der Aufbau des Zelts in der Dunkelheit ist selten ein Vergnügen. Oft ist am nächsten Morgen die Überraschung groß, wenn man die Mülltonnen oder Toiletten direkt neben dem Zelt zu spät erkennt.
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Tags: camping, boot

 
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