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Reinhold


Anmeldedatum: 25.12.2008
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Camping Tipps: Wetter und Unwetter Teil 1
Verfasst am: 24.03.2009, 19:48

Wohl keine Urlaubsform ist vom Wetter so abhängig wie das Camping, jedoch bei keiner anderen lassen sich auch kurze Aufheiterungen so intensiv nutzen. Bei lang anhaltendem Schlechtwetter mit Regen, Kälte und Wind ist naturgemäß auch ein Campingurlaub schlichtweg „geplatzt“, aber das kommt nur selten vor. Weil man nicht, ständig unter laufendem Umkleiden zwischen Strand, Zimmer und Verpflegungsstelle herumzuspringen braucht, ist man auf dem Campingplatz bei jedem Loch in den Wolken vor dem Zelt oder am Strand. An wie vielen Tagen eines Urlaubs wechseln Schauer oder Niesel mit Sonnenschein! Der Camper wechselt mit ein paar Sprüngen zwischen Zelt und Strand mit, weil er an keine festen Zeiten gebunden ist.

Bei schönem Wetter braucht man einem Camper nicht zu sagen, was er zu tun hat.

Wir beschäftigen uns darum hauptsächlich mit dem weniger erfreulichen Wettergeschehen. Ist das Zelt dicht und der Platz darin nicht zu knapp, dann gibt es auch bei Regen mannigfache Möglichkeiten der Beschäftigung. Spiele vertreiben kurzweilig die Zeit, Basteleien helfen über deprimierte Laune hinweg. Aber es muss ja nicht gleich Dauerregen sein! Bei bedecktem Himmel braucht es nicht einmal warm zu sein, um Ausflüge und Wanderungen unternehmen zu können. Man darf sich nur nicht dem Zwang einer starren Planung unterjochen:

„Heute geht's auf den Gipfel, ganz gleich, ob es Schusterjungen regnet oder ob die Sonne glühende Pfeile schießt!“

Wer gleich die Flinte ins Korn, richtiger „das Gepäck in den Campingbeutel“ schmeißt, wenn es 2 Tage durchgeniegelt hat und der Wetterbericht keine durchgreifende Besserung verspricht, der ist ein kleinmütiger Mensch-

Er ist selbst schuld, wenn er dann den größten Teil seines Urlaubs zu Hause bei Sonnenschein abhockt. Gerade in den Bergen oder an der offenen See gibt es immer zwischendurch Aufklarungen, die der komplexe Großwetterbericht nicht zu erfassen vermag. Wie oft hat der Autor schon bei übelstem Hundewetter eine Reise begonnen — ohne amtlich zugesicherte Chance einer Besserung —, und dann gab es am Urlaubs-ort Sonne, Sonne, Sonne, während die Daheimgebliebenen die „örtlichen Schauer“ aus dem Keller schöpften. Für ihn gibt es seither eine Urlaubsregel: Die Hinreise zum Campingort wird ohne Rücksicht aufs Wetter planmäßig angetreten, abgereist wird höchstens 1 bis 2 Tage früher, wenn sich ein Warten auf Wetterbesserung nicht mehr lohnt!

Auf die Wetterzeichen der Natur wollen wir uns in diesem Buch nicht einlassen.

Es sind zu viele, teilweise sind sie widersprüchlich oder umstritten. Es lassen sich aus Wolken-, Tier- und Pflanzenbeobachtungen zwar einige Regeln aufstellen, aber da muss man vieles im Zusammenhang zu deuten wissen. Mit zwei Volksweisheiten' wollen wir uns aber doch kurz befassen. Es ist nicht richtig, dass bei abnehmendem Mond i.allg. schlechteres Wetter herrscht als in der übrigen Zeit des Monats. Das haben langfristige Wetterbeobachtungen sicher gezeigt. Der clevere Camper tut also gut daran, gerade in der Zeit des abnehmenden Mondes seinen Urlaub zu planen. Er hofft dabei, dass möglichst viele Zeitgenossen an diese faule Wetterregel glauben und er darum einen weniger vollen Zeltplatz vorfindet. Dagegen hat der Siebenschläfer doch eine gewisse Berechtigung. Es stimmt zwar nicht in absoluter Strenge, dass das am 27. Juni herrschende Wetter symptomatisch für die folgenden 7 Wochen ist, Tatsache ist allerdings, dass in der zweiten Junihälfte oftmals in der großen atlantischen Wetterküche die Suppe für die nächsten Wochen zusammengerührt wird. Nur: Leider steht dann der Urlaubstermin fast immer fest!

Eine für Camper sehr unangenehme Wettererscheinung ist der Sturm.

Es hat Fälle gegeben, dass ganze Zeltplätze „zusammengeblasen“ worden sind, Wohnwagen stürzten um. Schon durch bedachte Stellplatzwahl kann man solchen allerdings sehr seltenen Katastrophen vorbeugen. Mitten im dichten Wald ist kaum ähnliches zu befürchten. Befindet sich dagegen in West bis Nordwest (Hauptwetterrichtung) vor der Campingeinrichtung eine ausgedehnte freie Fläche, z.B. eine größere Wiese oder ein Gewässer, darin können Sturm und böiger Wind ihre ganze Kraft entfalten.

Wer auf Sturm vorbereitet ist, kann das Schlimmste verhindern.

Das gilt besonders für Dauerzelter, die ihre Behausungen sorgfältig sichern müssen, wenn sie tagelang nicht anwesend sind. Ein Zuviel an Sturmabsegelungen ist viel besser als leichtfertige Sparsamkeit! Wer bedenkt, dass ein großes Steilwandzelt bis zu 18m2 Windangriffsfläche bietet — das ist mehr als die Segelfläche eines mittleren Jollenkreuzers —, der kann sich die verheerende Kraft des Sturmes sicher leicht veranschaulichen. Nur: Beim Segelboot kann man im Notfall das Segel einholen!

Ist Sturm angesagt oder zieht ein Gewitter herauf, das fast immer von starken Sturmböen begleitet ist, so sind sofortige Sicherungsmaßnahmen angezeigt.

Geht man planvoll und sorgsam vor, so hält selbst ein großes Steilwandzelt stärksten Stürmen oder Böen stand. Zunächst ist es wichtig, dass alle serienmäßig am Zelt befindlichen Sturmleinen stramm angezogen sind und die haltenden Heringe auch feste Verankerungen im Erdreich finden. Bei großen Zelten sollten diese Heringe mindestens 30 bis 40cm lang sein.

Bei heftigen Stürmen ist ein Spannen weiterer starker Sturmleinen unumgänglich.

Sie können mit kräftigen Heringen im Boden, besser aber an Bäumen verankert werden. Man spannt sie, wie alle anderen Leinen auch, unter einen Winkel von etwa 450, damit sie einesteils die waagerechten Windkräfte abfangen, andererseits das Zelt am Boden festhalten, falls der Wind daruntergreift. Zur Abschirmung des Windes kann das Auto vors Zelt gefahren werden, was besonders bei fehlenden Bäumen günstig ist. In diesem Falle lassen sich Sturmleinen auch an den Stoßstangentraversen oder an der Anhängerkugel befestigen.

Drückt der Wind eine Zeltwand stark nach innen, besteht die Gefahr, dass das Zeltgestänge einknickt oder bricht. -
Dann kann man es von innen mit nicht genutzten Streben (z.B. von den Ausstellklappen der Fenster) abstützen. Diese sollten schon bereit liegen und nicht erst mühselig hervorgekramt werden müssen.

Gut verspannte große Überdächer aus Plastikfolie sind meist weniger sturmgefährdet, als man zunächst erwartet. Wegen der Sogwirkung zwischen ihrer Unterseite und dem Zeltdach bleiben sie i.allg. in stabiler Lage. Dagegen kann sich der Wind leicht unter frei stehende Vordächer von Wohnwagen oder Zeltveranden setzen und sie heraufklappen. Sie müssen darum an ihren Ecken stabil abgespannt werden.

Bei sehr starkem Sturm ist es nicht übertrieben, quer zur Windrichung . stehende Wohnwagen ebenfalls mit zwei kräftigen Leinen zu sichern.

Die Insassen bevorzugen die dem Wind zugekehrte Seite der Sitzgruppe, um das Kippmoment durch ein entsprechendes Gegenmoment zu kompensieren.
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Tags: camping, sturm, wohnwagen, tipps, zelt

 
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