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Reinhold


Anmeldedatum: 25.12.2008
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Camping Tipps: Wetter und Unwetter Teil 2
Verfasst am: 29.03.2009, 22:09

Während eines Campingurlaubs muss man auch mit ergiebigen Regenfällen rechnen.

Das ist bereits bei der Stellplatzwahl zu bedenken, wenn nicht später Sturzbäche durchs Zelt fließen sollen oder man nicht eines Morgens in einem See erwachen will. Besonders, wenn man an einem Hang, in einer Rinne oder Mulde aufbaut, muss die Wasserführung bedacht und gegebenenfalls mit kleinen Erdaufschüttlingen korrigiert werden. Wie unangenehm, wenn solche Arbeiten — die in der Hektik ohnehin nur zweifelhaften Erfolg bringen — erst bei strömendem Regen erledigt werden. So betrüblich diese Feststellung auch ist: Man hat mit der grinsenden Schadenfreude der Anrainer zu rechnen!

Ein sogenannter Wassergraben kann in den meisten Fällen auch nicht viel verbessern.

Bei leichtem Regen ist er ohnehin unwirksam, bei sehr starkem läuft er über (außer im Sand, • aber da sickert's auch ohne Graben schnell ab). Weil von tiefen Gräben die Kapillarwurzeln der Bäume zerstört werden, ist der Autor grundsätzlich gegen solche Drainagen im Wald. Es genügt, wenn der Boden um den Faulstreifen leicht angehäufelt wird. Läuft wirklich mal ein bißchen Wasser unter dem Zelt herein, so wird uns das nicht gleich jämmerlich ertränken. Es sickert schnell wieder ab. Glaubt ein Zelter, auf einen Graben wirklich nicht verzichten zu können, so ist es wenigstens seine Pflicht, vor der Abreise das Terrain wieder sorgfältig zu ebnen-

Wer nach vollem Öffnen aller Himmelsschleusen wahrnimmt, dass es ihm unter dem Zeltdach aufs Haupt regnet, der hat meist nicht auf frühe Warnzeichen einer erschöpften Zeltimprägnierung geachtet.

Schon bei Dauerniesel weisen größere Nassflecken in der Leinwand frühzeitig darauf hin, dass eine Nachimprägnierung fällig wird. Tropft es schon bei leichtem Regen nach einiger Zeit irgendwo durch, so ist damit zu rechnen, dass das Zelt im Ernstfall nur noch den Schutz eines zerlöcherten Siebes zu bieten vermag. Dagegen ist leichtes Durchsprühen zu Beginn eines Regengusses kein Zeichen von Undichtheit; das Baumwollgewebe muss erst quellen, damit sich seine Poren schließen.

Auf sogenannte Wassersäcke im Zeltdach muss besonders geachtet werden.

Liegt kein genereller Konstruktionsfehler am Zelt vor, z. B. eine zu flache Dachneigung bei einem Eigenbau, so entstehen Wassersäcke immer dann, wenn das Zelt auf schrägem Untergrund aufgebaut wurde oder wenn seine Leinen zu lose sind. Hat er sich erst einmal gebildet, so bekommt man den Wassersack, solange es weiterregnet, kaum wieder heraus. Wir sollten ihn auch nicht durch das Hochdrücken des Zeltdaches von innen entleeren, denn es kann anschließend durchtropfen. Besser, wir spannen alsbald die Leinen nach.

Beachtet oder bemerkt man einen Wassersack nicht (Dauerzelter bei Abwesenheit!), so kann er bei Dauerregen solche Ausmaße annehmen, dass das ganze Zelt unter seiner Last zusammenbricht. Bildet sich ein Wassersack immer wieder an der gleichen Stelle, so hilft nur eine zusätzliche Dachstrebe.

Ein Gewitter kommt dann in gefährliche Nähe, wenn der zeitliche

Abstand zwischen Blitz und zugehörigem Donner unter 3 Sekunden liegt.

Ein völlig freistehendes oder unter einzelnen Bäumen aufgebautes Zelt sollte man bei Gewitter verlassen.

Es ist zwar wenig einladend, bibbernd und triefnaß im Freien zu stehen, aber ein Zelt bietet

nur dann einen gewissen Blitzschutz, wenn es nicht zu klein ist und sein metallisches Gerippe guten Kontakt zum Erdreich hat (z. B. ein größeres Steilwandzelt). In diesem Falle ist der sicherste Platz etwa in der Zeltmitte, mit geschlossenen Füßen hingehockt auf einer trockenen Luftmatratze (keinesfalls auf Campingstuhl oder -liege mit Metallgestell!).

Autos schützen ihre Insassen sicher bei Blitzeinschlag. auch der Trabbi mit seiner Duro-

Plastikkarosserie. Ein Auto sollte man daher während eines Gewitters niemals verlassen. Ähnlich gut aufgehoben ist man in einem Campingwohnwagen, vorausgesetzt, die Kurbelstützen haben guten Kontakt zum Erdreich.

Für Badende und Wassersportler gilt bei einem aufziehenden Gewitter die eherne Regel: So schnell wie möglich aus dem Wasser! Einerseits besteht Gefahr durch direkten Blitzeinschlag, weil zB. ein Boot deutlich aus dem ebenen Wasserspiegel herausragt, andererseits ist das immer verunreinigte Wasser ein ausgezeichneter Elektrizitätsleiter, von dem ein Badender förmlich umhüllt ist. Schlägt der Blitz irgendwo ins Wasser, so wird der Schwimmer zum Teil des Pfades für den Blitzstrom. Wind und Wellen können schließlich solche Stärke annehmen, dass Mann und Boot in Gefahr geraten.

Auf Wanderungen sind folgende Verhaltensregeln bei Gewitter zu beachten:

Der alte Spruch von den „Eichen, denen zu weichen" sei und von den „Buchen, die man suchen" soll, ist eine gefährliche Weisheit! Er fußt auf der Tatsache, dass die Bäume im Erdreich teils flach, teils tief wurzeln, was bei niedrigem Grundwasserstand bedeutungslos ist. Sprüche nützen denjenigen wenig, die von einem zersplittemden Ast zerschmettert oder von einem abspringenden Blitzstrahl verbrannt worden sind.

  1. Am sichersten ist man im Innern von Gebäuden, auch wenn diese keinen Blitzableiter haben. Auch im dichten Wald ist man geschützt, man darf sich nur nicht an Bäume anlehnen.
  2. An erhöhter Stelle riskiert man immer vom Blitz getroffen zu werden. Günstig ist der
    Aufenthalt in Schluchten und Hohlwegen.
  3. Lange Stäbe, besonders aus Metall oder mit Metallbeschlägen, sind aus der Hand zu legen. Sogar in eine Angelrute soll schon der Blitz eingeschlagen haben.

Auch eine nicht unmittelbar vom Blitz getroffene Person kann durch die sogenannte Schrittspannung gefährdet werden.

Bei einem Einschlag verteilt sich der bis zu 100000 Ampere betragende Blitzstrom im Erdreich. Dabei ruft er einen Spannnungsabfall hervor, der allerdings mit wachsendem Abstand von der Einschlagstelle immer kleiner wird. Dieser Spannungsabfall kann in der Nähe der Einschlagstelle über 1000 Volt je Meter auf dem Erdboden betragen und noch bis zu 100 m davon eine Gefahr darstellen. Daher ist der oft gegebene Rat, sich bei Gewitter der Länge nach auf den Boden zu legen, stockgefährlich! Man verhält sich dagegen richtig, wenn man sich mit geschlossenen Füßen am Boden hinhockt, um für den Blitz ein möglichst unauffälliges Ziel abzugeben und zwischen beiden Füßen einen nur geringen Spannungsabfall zu haben.
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Tags: gewitter, camping, zelt, zeltdach, tipps, regen

 
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