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Reinhold


Anmeldedatum: 25.12.2008
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Die Grundentscheidung: welche Campingunterkunft?
Verfasst am: 25.12.2008, 18:23

Die meisten Campingfreunde reisen zunächst mit einem Zelt.

Das kann man passend -pur Personenzahl und dem Verwendungszweck kaufen. Kinderreiche Familien können auch zwei Zelte aufstellenZelte sind die preiswertesten Campingunterkünfte; auch für den schmalsten Geldbeutel findet sich ein geeigneter Typ. Bei sinnvoll gewählter Ausrüstung braucht auch in einem Zelt niemand zu frieren. Ein Bergoder Hauszelt nimmt wenig Gepäckraum ein und ist leicht. Es lässt sich gut transportierenSolche Zelte sind deshalb die typischen Unterkünfte der Camper mit Motorrad, Fahrrad, Faltboot oder Rückentragegestell. Bei großen Steilwandzelten darf man Packmasse und -volumen nicht mehr unterschätzen: Ein Bahnoder Autotransport wird unumgänglich.

Zelte unterliegen einem größeren Verschleiß und bedürfen einiger Pflege. Besonders, wenn das Zelt bei Dauercamping die ganze Saison über bei Wind und Wetter steht, kann man kaum mit einer längeren Lebensdauer als 5 bis 6 Jahre rechnen. Ein gut gepflegtes „Ferienzelt“ dagegen kann mehr als 15 bis 20 Jahre halten — bis es von einer geräumigeren und komfortableren Campingwohnung abgelöst

wirdBeschafft man sich zunächst die elementare Grundausstattung, so kann man seinen Campinghaushalt allmählich komplettieren und komfortabler gestaltenWer später einmal auf einen Campinganhänger wechselt, kann einen großen Teil der Ausrüstung weiterverwenden

(z. B. Campingmöbel, Küchengeräte und Schlafdecken).

Bei vielen Campingfreunden mit eigenem Auto entsteht bald der Wunsch nach einem Campinganhänger. Besonders, wenn sie den ersten zarten Schmelz der Jugend hinter sich gelassen, eine Familie gegründet haben und auch finanziell etwas beweglicher geworden sind, sehnen sie sich nach einer etwas stabileren und komfortableren Campingbehausung.

Bei Campinganhängern unterscheidet man zwei grundlegende Arten: Wohnzeltanhänger und Wohnwagen.

Aus dem Wohnzeltanhänger mit Deckel wird ein großes Zelt einschließlichGestänge herausgeklappt. Deckelinnenseite bzw. der Anhängeraufbau werden als Schlafflächen genutzt, teilweise wird noch eine weitere Schlaffläche herausgeklappt. Über den Radkästen befinden sich Gepäckstauräume; ein Küchentrakt mit Propankocher, Vorratsund Geschirrschrank, teilweise Spüle, kann sowohl aus dem geschlossenen wie auch aus dem aufgeklappten Anhänger herausgeschwenkt werden.

Manchmal sind Innenkabinen vorgesehen, die sich beim Aufklappen mit aufstellen oder die nachträglich eingehängt werden müssen.

Ein Vorzelt wird entweder nachträglich angebaut oder es ist Bestandteil des herausgeklappten Zelts.

Boshafte Zungen behaupten, dass ein Wohnzeltanhänger die Nachteile eines Zeltes mit denen eines Wohnwagens verbindet.

Von den Besitzern vernimmt man genau umgekehrte Kunde. Wir wollen darum die Vorund Nachteile des Zeltanhängers — bezogen auf einen Wohnwagen mit festem Aufbau — lediglich wertungsfrei gegeneinanderstellen.

Vorteilhaft bei einem Zeltanhänger ist:

Der fahrfertig zusammengeklappte Anhänger hat den Charakter eines Lastenanhängers und beeinflußt Fahrverhalten und Benzin-Mehrverbrauch des Gespanns weit weniger als ein Campingwohnwagen. Er ist preiswerter als dieser und bietet im allgemeinen einen größeren WohnraumDie Schlafflächen ähneln denen eines Wohnwagens und bieten ebenso guten Schutz vor Bodenkälte.

Bei den meisten Typen kann eine größere Nut masse zugeladen werden. Das ist vor allem dann vorteilhaft, wenn ein größeres Faltboot transportiert werden soll.

Ein Zeltanhänger lässt sich außerhalb der Saison einfacher unterstellen als ein Wohnwagen (wesentlich geringere Höhe, daher ist auch raumsparendes senkrechtes Aufstellen, zB. an der Garagenrückwand, möglich)-

Ein Zeltanhänger kann auch als Lastenanhänger mit Deckel benutzt werden, wenn man seine Einbauten entfernt-

Dem stehen folgende Nachteile eines Zeltanhängers gegenüber:

Das Wohnen in ihm ähnelt eher dem in einem großen Steilwandzelt als dem in einem WohnwagenBei längeren Regenperioden werden Inneneinrichtung und Gepäck klamm und feuchtBei Schäden an der Imprägnierung kann es sogar durchregnen. Bei Sturm gibt es die gleichen Probleme wie bei einem Steilwandzelt. Geräuschdämpfung und Wärmeisolierung sind infolge der dünnen Stoffwände ungünstig. An .kühlen oder nassen Tagen ist der Aufwand zum Heizen recht hoch.

Die Zeit von der Ankunft auf dem Campingplatz bis zur Bewohnbarkeit des Anhängers ist bedeutend (Aufstellen, Aufklappen, Abspa nen, Befestigen der Zeltwände am Boden, innere Einräumung). Auch der Zusammenbau ist langwieriger und kann sich vor allem bei Regenwetter lange verzögernBesonders bei Unterwegsübemachtungen ist das störend.

Die Kleidung muss wie beim Camping mit Zelt in Koffern verpackt werden (auf jeden Fall während der Fahrt)-

Die jährliche Wertminderung ist höher als bei einem Campingwohnwagen, sie liegt bei etwa 20 % für das Zelt.

Der Zeltanhänger benötigt eine völlig ebene Standfläche, wenn das große Überzelt keine traurigen Falten werfen und das Dach bei Regen keine Wassersäcke bilden soll.

Der Sitzkomfort ist bei Zeltanhängern geringer als bei einem Wohnwagen, auch wenn sich eine Liegefläche zur Sitzgruppe umrüsten lässt. Vor allem größere oder massigere Personen sind dann in den Campingsesseln im Vorzeit viel besser aufgehoben. Zeltanhänger sind viel weniger einbruchsicher-

Die komfortabelste, aber auch teuerste Form des Campings haben Wohnwagenbesitzer gewählt.

Praktisch ist ein Campingwohnwagen ein rollendes Mini-Wohnhaus, das auf kleinstem Raum beinahe alle gewohnten Einrichtungen eines Haushalts zusammenfaßt. Ein Wohnwagen ist ein Stückchen Heimat: Egal, wo man sich gerade befindet, man fährt rechts ran, öffnet die Tür und ist zu HauseGroßes Auspacken entfällt, die Küche ist sofort betriebsbereitWind und Wetter können nur sehr wenig ausrichten. Kaum jemals ist zu befürchten, dass eine über die Bettdecke krabbelnde Ameise einen Schläfer erschreckt oder dass sich auf dem Fußboden garstige Pfützen bilden„Zu weit weg von Mutter Erde“, sagen die urwüchsigen Naturburschen im kleinen Bergzelt nebenan.

Den Wohnwagenbesitzern ist jedoch ein Vorzeit anzuraten, damit es auf Dauer nicht zu eng wird (besonders, wenn Kinder mitfahren).

Ein Campingwohnwagen ist mit einer starren, teilweise oder vollständig isolierten Wohnzelle versehen und hat eine fest eingebaute Inneneinrichtung.

Dazu zählen eine Sitzgruppe mit Mitteltisch im Heck, die schnell zu einer Schlaffläche für zwei bis drei Personen umgerüstet werden kann. Stauräume über den Radkästen (als Sitzbänke ausgebildet), Garderobenschrank, weitere Staufächer für Wäsche und Zubehör sowie Kücheneinbauten (Geschirrund Vorratsschränke, meist Propankocher, teilweise Abwaschbecken) gehören zur Standardausrüstung eines WohnwagensGrößere Wagen haben noch einen weiteren Schlafplatz im Bug, der ebenfalls zu einer Sitzgruppe umgebaut werden kann (oder ein Etagenbett).

Die Innenbeleuchtung ist immer für 12 Volt (Autobatterie), teilweise zusätzlich für 220 Volt (Netzanschluß) ausgelegt. Entlüftungsöffnungen und Dachluken sorgen für gute Luftzirkulation, große Hubdächer vergrößern außerdem die Stehhöhe. Mehrere Fenster sind immer ausstelloder aufschiebbar.

Zum Campingwohnwagen wird oft ein passendes Vorzeit geliefert, das das Raumangebot im Wohnbereich auf etwa das Doppelte vergrößert.

Unbestreitbar, dass sich die Urlaubsqualität in einem Wohnwagen bedeutend verbessert, trotzdem sollte man vor seiner Anschaffung auch folgendes bedenken:

Der Anhänger muss außerhalb der Ferienzeit untergestellt werden. Dafür ist eine „Laternengarage“ nicht der richtige Ort. Auch normale, massive oder transportable Garagen haben meist ein für Wohnwagen zu niedriges Tor. Da man aber den Anhänger nicht unbedingt in der Nähe der Wohnung stationieren muss, findet sich oft außerhalb — z. B. in einem Dorf — eine Unterstellmöglichkeit.

Während der Urlaubsfahrt entstehen erhöhte, von den gefahrenen Kilometern abhängige Kosten durch Benzinmehrverbrauch des Zugfahrzeuges (bis zu 50 Prozent) und ein wesentlich höherer Verschleiß an Reifen, Motor, Getriebe, Bremsen, Kupplung und Achsantrieben. Außerdem verlängert sich die effektive Fahrzeit nicht unerheblich (bis zu 50 Prozent).

Ein Campingwohnwagen benötigt Wartung und Pflege. Zwar lässt sich das meiste mit etwas Geschick selber machen, aber dazu braucht man Zeit. Verschleiß gibt es eigentlich wenig, auch die Reifen halten viel länger als bei einem Pkw (vor allem bei einem ungebremsten Anhänger).

Feste Kosten entstehen durch Versicherungsbeiträge, erhöhte Campingplatzgebühren und Wertminderung. Letztere sind allerdings außer von der regelmäßigen Pflege auch vom Material des Aufbaus abhängig. Sie liegen zwischen jährlich etwa 15 Prozent (Holz, Aluminium) und etwa 8 Prozent (glasfaserverstärktes Polyester) des Kaufpreises. Für das Vorzeit ist eine jährliche Wertminderung von etwa 20 Prozent anzusetzen.

Mit einem Wohnwagen im Schlepp ist man im Verkehr wesentlich unbeweglicher als mit einem Solofahrzeug. Beim Parken gibt es wegen der größeren Gespannlänge oft erhebliche Probleme.

Die Anschaffung eines Campingwohnwagens lohnt sich vor allem dann, wenn man ihn während der Saison häufig gebrauchen kann.

Erfahrungsgemäß verbringt man seinen Urlaub von drei bis vier Wochen darin, außerdem werden jährlich meist noch vier bis fünf Kurzcampingreisen an verlängerten Wochenenden unternommen. Besonders effektiv lässt sich ein Wohnwagen beim Dauercamping nutzen. Den Rest des Jahres steht das teure Stück herum und will gepflegt sein. Kann man ihn am Haus geschützt abstellen, so lässt er sich zusätzlich als Gästezimmer nutzen, bei eingebauter Heizung oder Stromanschluß selbst im Winter.

Manchmal schaffen sich mehrere Familien einen Campinganhänger gemeinsam an.

Das reduziert die Kosten beträchtlich, kann aber auch Probleme aufwerfen. Über die Nutzungstermine sollten klare Vereinbarungen bestehen, damit bei Terminüberschneidungen jede Familie abwechselnd den Vorrang hatAuch über Verantwortlichkeiten bei Schäden und über die Kostenverteilung für Wartung und Verschleiß sollte man sich bereits vorher einigen; außerdem darüber, wie verfahren wird, wenn einer der Partner das Interesse am Wohnwagen verliert und welcher Zeitwert einer Auszahlung zugrunde gelegt werden soll-

Es gibt auch einen Gebrauchthandel mit Camping- und Lastenanhängern.

Dort kann man zwar preiswerter einkaufen, sollte aber schon einige Erfahrungen besitzen, um versteckte Mängel aufspüren zu könnenWer sich als Neuling zu einem solchen Handel entschließt, der nehme zum Kauf am besten einen erfahrenen Anhängerbesitzer mit.

Den Zeitpunkt der Anschaffung wählt man nach Möglichkeit kurz vor der Saison, damit man die dreimonatige Garantiezeit für Gebrauchtwaren auch voll ausnutzen kann.
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Tags: campinganhänger, zeltanhänger, zelt, camping, wohnwagen, anhänger

 
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