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Reinhold


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Profi Tipps zum Grillen: wie grillt man richtig?
Verfasst am: 17.06.2009, 13:04

Wer einen Grill erwirbt oder sich selbst baut, sollte auf folgendes achten:

Die Kohlenpfanne muss aus stabilem Blech sein (mindestens 1 mm), sonst glüht sie zu schnell durch. In ihrem Boden müssen sich mehrere Luftlöcher oder -schlitze befinden. Der Abstand zwischen Kohlepfanne und Grillrost sei verstellbar, um je nach Stärke der Glut und Art der Grillspezialitäten die Hitze variieren zu können. Günstige Abstände liegen zwischen 6 bis 12 cm. Die Stäbe des Rosts sollten einen Stababstand von höchstens 1,5 cm haben, sonst hängen die Fleischränder herunter und verschmoren, oder die Grillwürstchen fallen durch. Verchromung hält ohnehin nicht lange, schwarzgebrannte Stäbe reichen aus (vor der ersten Inbetriebnahme mit Speiseöl einpinseln!). Ein Windschutzblech ist nur dann erforderlich, wenn am Spieß gegrillt werden soll, damit der Braten beim Drehen nicht so stark auskühlt. Beim Grillen auf dem Rost ist der Windschutz eher hinderlich, er kann Funkenflug kaum verhindern. Am besten, er ist abnehmbar. Die Höheneinstellung des Spießes soll sich verändern lassen. Motorisch angetriebene Spieße gibt es zwar auch, sie würden auf einem Campingplatz anstatt Bewunderung wohl eher Belustigung auslösen-

Was braucht der Grillmeister noch? Eine Holzzange zum Wenden der

Fleischstücken und eine spitze zweizinkige Gabel mit Holzgriff, eine Flasche mit klarem Wasser zum Bändigen übermütiger Glut, Öl und Ölpinsel, eine Flasche Helles (Pilsener ist schon

Verschwendung), Geduld und natürlich die fleischlichen und sonstigen Produkte (das „Grillgut“).

Besser ein „Grillomane“ als ein Grillhektiker oder ein Grillmuffel! Grillen ist nämlich nicht nur eine „sehr bekömmliche Garungsart“, sondern vielmehr eine zelebrale Abendandacht in froher Runde. Wer als lästige Vorbereitung in irgendeiner Ecke die Glut entfacht, nervös hantiert, bläst, dass die Funken stieben — derweil die Hausfrau nach der bangen Frage: „Bist du nun endlich soweit?“ das Grillgut herausbringt, dann, kaum dass es gar ist oder schon verkohlt, es wieder wegschleppt, um es auf feingedecktem Tisch zu servieren —, der hat den Zauber des Grillens schlichtweg ermordet. Dinieren kann man zu Hause! Um einen Grill sitzt man im Halbkreis herum, eine Gabel in der Hand, eventuell einen Teller, besser eine dicke Holzplatte auf den Knien. Die Zutaten, z. B. Gewürzgurken, raffinierte Würzsoßen, rustikales Brot, das unvermeidliche Ketschup, Bier und etwas Vorbeugendes gegen „Magendrücken“, stehen auf einem Baumstumpf oder im Sand. So wird man nicht nur langsam und genüßlich prasselsatt, sondern auch vom Grillduft betäubt, und die langsam verschimmernde Glut beleuchtet die Schatten zufriedener Gesichter in der heraufziehenden Dämmerung.

Trotz allen Vergnügens darf man beim Grillen den Brandschutz nicht vergessen.

Auf manchen Campingplätzen ist das Grillen am Zelt nicht gestattet, weil der Untergrund entzündlich ist. Dafür gibt's dann festgelegte Grillplätze; oder man zieht in den Ufersand des Sees. Aber auch wenn wir am Zelt grillen können, müssen wir die elementaren Regeln des Brandschutzes beachten: in Windrichtung keine entzündlichen Gegenstände, Funkenflug möglichst verhindern (gut durchgeglühte Holzkohle erzeugt kaum Funken)! Grundsätzlich ist ein Mindestabstand von 3 Metern zu Campingeinrichtungen einzuhalten. Grillfeuer dürfen niemals unbeaufsichtigt brennen, und ein hilfreicher Eimer voll Wasser steht für Eventualfälle bereit.

Wer seinen Grill mit Spiritus anheizt, muss die Flasche vor dem Anzünden des Grillfeuers außer Reichweite bringen.

Niemals Spiritus auf Glut nachgießen, um die Sache „in Gang“ zu bringen. Das kann zu allerschlimmsten Verbrennungskatastrophen führen, nämlich dann, wenn die

Flamme in die Flasche schlägt und deren Inhalt nach Art eines Flammenwerfers auf umsitzende Personen oder entzündliche Gegenstände schleudert. Mit Benzin darf man einen Grill niemals anheizen, die Dämpfe würden alles verderben!

Die wohl einfachste und sauberste Methode, die Kohlenglut zu entfachen, kennen bestimmt die wenigsten. Sie funktioniert sicher bei Sturm wie bei völliger Windstille. Man legt 2 bis 3 Spiritustabletten (Hartspiritus) auf die Kohlenpfanne, zündet sie an und schichtet Kohlestückchen lose zu einem Haufen darüber. Ohne weiteres Zutun glüht der Haufen langsam durch. Flüssiger Grillkohleanzünder entfacht die Grillglut mit verhaltener Flamme, enthält keinerlei gesundheitsschädliche Stoffe, und auch beim Nachgießen in die Glut entsteht keine Verpuffung.

Das Glutbett ist fertig, wenn alle Kohlestückchen ascheüberpudert erscheinen und im Dunkeln satt glühen.

Es dürfen keine Flammen aus der Holzkohle schlagen. Bei Flammenbildung, auch wenn sie beim Grillen durch abtropfendes Fett entsteht, wird die Kohle mit Wasser leicht übersprüht. Wird das vernachlässigt, so hat man die Kohle bald über dem Rost und nicht nur darunter!

Vordem Auflegen auf den Grillrost, vor dem Wenden und auch mal zwischendurch müssen wir unsere Spezialitäten mit Speiseöl bepinseln (keinesfalls Leinöl, am besten Sonnenblumenöl).

Sehr praktisch für Transport und Handhabung ist dabei ein Ölfläschchen mit Schraubverschluß oder Korken, in den ein flacher Pinsel eingeklebt oder eingesteckt worden ist. Das sieht etwa aus wie eine Büroleimflasche, nur etwas größer.

Brötchen oder Toastbrot können wir auf dem Grill gleith mit aufbacken.

Passender ist zu Grillgerichten allerdings rustikales Vollkornbrot. Besonders locker geraten in Alufolie eingewickelte frische Kartoffeln (auch Zwiebeln), die vorher eingeölt und mit Salz, Kümmel oder Paprika dick eingerieben wurden. Ob sie schon gar sind, wird mit der Grillgabel getestet. Auch fertig gebratene Broilerstücke lassen sich, in geölter Grillfolie aufgelegt, bald wieder „für neu" anbieten.

Zum Grillen empfehlen wir das Mitnehmen von Stricknadeln.

Nicht etwa, um die Zeit zu verkürzen, falls die Grillglut an feuchten Tagen einmal nicht gelingen will, nein, vielmehr eignen sie sich — ebenso wie Fahrradspeichen — als Schaschlyk- oder Leberspießer. Ein Korken am Ende verhindert, dass wir uns die Finger verbrennen. Mit solchen Nadeln lassen sich Spieße auch auf einem improvisierten Grill aus Steinen zu einem guten Ende bringen.

Wir wollen den Grill auch nicht als Notkochstelle vergessen.

Was, wenn uns auf einer Auslandsfahrt das Propangas ausgeht, vielleicht gerade dann, wenn die Mahlzeit halbfertig ist? Was, wenn die Kinderlein nach ihrer warmen Mahlzeit schreien und auch die Eltern nach einer vielleicht fünf bis sechsstündigen Autofahrt schon bedenkliches Magensausen haben? Dann hilft der Grill; Brennmaterial holt man sich aus dem Wald!

Wer trockenes Hartholz beschaffen kann, der kann auch ohne gekaufte Holzkohle grillen.

Er braucht nur die Geduld, um abzuwarten, bis das Holz, nachdem es gebrannt, sich zu Holzkohle umgewandelt hat, oder man verschwelt es vorher in einer Blechdose mit 2 gegenüberliegenden Luftlöchern auf offenem FeuerKenner sagen, dass Grillen auf Buchenscheiten besonders schmackhafte Leckerbissen liefert. Auch mit Kienäpfeln sollen manche das Grillen schon versucht haben. Das ist zwar reizvoll, weil das Brennmaterial überall im Wald zu finden ist, trotzdem ist dieses Verfahren abzulehnen. Der blakige Rauch aus dem harzreichen Brennstoff verdirbt den Speisengeschmack, gesundheitliche Störungen sind nicht auszuschließen. Lediglich als Wärmequelle an-einem kühlen Abend und zur Abschreckung der saugenden und stechenden Plagegeister ist ein Kienäppelfeuer recht nützlich.

Wer Holzkohle sparen will, kann, nachdem alles „verbraten" ist, die, Glut mit Wasser ablöschen.

Er verzichtet dann allerdings auf den gemütlichen Ausklang der Grillparty an der wärmenden Glut. Die nicht verbrannten Kohlestückchen trocknen in der Sonne schnell und sind beim nächsten Mal wiederverwendbar.

Zum Grillen im Schnee ist ein Grill mit langen Stelzbeinen günstig. Der Rodelschlitten wird zum improvisierten Tisch, und ein heißes Getränk wärmt Grillmeister und erwartungsvolle Gäste von innen her auf.
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Tags: richtig, grill, abstand, campingplatz, mindestabstand, tipps

 
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