Tipps für die Campingküche Verfasst am: 09.04.2009, 07:52
„Das bißchen Kochen und Abwasch“, glauben viele Ehemänner zu wissen, „ist ja wohl noch nebenbei zu erledigen.“
Beim Camping können sie es immerhin einmal vorsichtig versuchen, ohne sich auf ihr gestreßtes Berufsleben herausreden zu müssen. Dann ist sicher auch die Campinghausfrau eher dazu bereit, aufs Essengehen zu verzichten. Die Motivation aller Familienmitglieder auf die Campingküche ist in mehrfacher Hinsicht von Vorteil: Das „Fegefeuer“ für den Geldbeutel infolge häufigen Gaststättenessens schrumpft zu einem nur kleinen Schadenbrand, besonders bei größeren Familien. Die Zeit lässt sich besser einteilen, häufiges Ankleiden entfällt (ein Bikini oder eine Badehose mit übergestreiftem Hemd ist selbst in der Zeltgaststätte unpassend!). Man braucht nicht auf ein Gericht zu warten, das vielleicht ohnehin nicht allen schmeckt.
Alle Lebensmittel, die zum allmählichen Verbrauch bestimmt sind (Butter, Margarine, Marmelade, Dauerwurst, Käse u. a.) werden in sauberen, dicht schließenden Plastik- oder Glasgefäßen kühl und trocken gelagert (Kühlgrube).
Angebrochene Flaschen sind immer mit Verschlüssen zu versehen (z. B. mit einem käuflichen Schnappverschluß oder einer Plastikkappe). Es droht nämlich außer Verunreinigung des Inhalts, dass Insekten ihre Eier und Maden darin ablegen. Der erfahrenen Hausfrau muss man diese Ratschläge kaum geben, sie gelten aber im gleichen Maße für Camper, die mit kleiner Ausrüstung unterwegs sind.
Es gibt einige einfache Tipps, wie man manche Nahrungsmittel auch unter den Bedingungen des Campings länger haltbar machen kann.
Salz bleibt trocken und streufähig, wenn man ein paar Reiskömer untermischt.
Schnittkäse wird nicht so schnell trocken, wenn man ihn in ein feuchtes Tuch oder in feuchtes Papier einwickelt.
Butter hält sich länger, wenn man sie ein wenig salzt.
Gemahlener Kaffee sollte immer in einer luftdicht schließenden Dose aufbewahrt werden, wenn er sein Aroma nicht verlieren soll. Frische Brötchen für den nächsten Tag steckt man in eine Plastiktüte. Sie werden zwar bald „gummiartig“, bestreicht man sie aber vor dem Aufbacken mit Wasser, so werden sie knusprig „wie neu“!
Beim Camping muss das Geschirr besonders sorgfältig abgewaschen werden.
Man bedenke, dass es meist wärmer ist, als in der Küche zu Hause. Bakterien finden ideale Lebensbedingungen, und viele Insekten lauern nur darauf, für ihre Nachkommenschaft eine nahrhafte Kinderstube aufzuspüren. Eine Reinigung des Frühstücksgeschirrs mit Sand im kalten Wasser des Sees ist zwar schon mal möglich, jedoch nicht gerade an einer Badestelle.
Nahrungsmittel, die Schimmel angesetzt haben, unnatürlich verfärbt sind oder auch nur im geringsten verdächtig riechen, dürfen nicht mehr gegessen werden. Damit ist natürlich nicht gesagt, dass der Verzehr immer unbedenklich ist, wenn diese äußeren Anzeichen fortgeschrittenen Verderbs fehlen. Auch bei nur äußerlicher. Schimmelbildung — z. B. auf Brot oder Kompott — genügt es nicht, wenn man die befallenen Stellen entfernt. Unsichtbare Kolonien können auch schon in tieferen Schichten entstanden sein, oder die von der Pilzkultur gebildeten Giftstoffe sind weit ins Innere des Nahrungsmittels eingedrungen. Ein Verzehr kann schwere Vergiftungen hervorrufen. Auch durch Erhitzen einer schimmelbefallenen Speise können diese Gifte nicht unschädlich gemacht werden.
Die Unsitte des sogenannten „Anbratens“ von Fleisch — um es länger haltbar zu machen — ist eine sehr gefährliche. Dabei werden im Innern des Stücks stellenweise nur geringe Temperaturen erreicht, und die Bakterien vermehren sich eher noch eifriger, als dass sie abgetötet werden (um z. B. eine Salmonellenkultur zu zerstören, muss eine Temperatur über 70° C mindestens 10 Minuten herrschen!). Fleischvergiftungen sind besonders gefährlich, daher sollte frisches Fleisch immer unmittelbar nach den Einkauf verarbeitet und alsbald verzehrt werden. Das gilt auch für tiefgefrorene Ware nach ihrem Auftauen.
Ganz besonders leichtverderblich sind alle rohen Hackfleischwaren. Man bedenke, dass diese beim Zerkleinern überall mit Luft und den darin befindlichen schädlichen Keimen in Berührung gekommen sind und sich der Verwesungsprozeß nicht nur von außen, sondern auch von innen heraus ausbreiten kann.
Auf Campingplätzen sind Speisereste wegen der im allgemeinen größeren Wärme schnellerem Verderb ausgesetzt.
Ein Wideraufkochen nach längerem Stehenlassen tötet zwar die Bakterien ab, nicht aber werden die inzwischen von ihnen produzierten Gifte unschädlich gemacht. Bei kürzerer Aufbewahrungszeit — z. B. vom Mittag bis zum Abend — sind Plastikgefäße am besten geeignet, die man kühl lagert. Reste von Pilzund Fischgerichten sollten man aber unbedingt fortwerfen. Der Inhalt von Konservendosen ist möglichst gleich nach dem Öffnen umzufüllen, weil sich unter Sauerstoffzutritt am Dosenmetall schädliche Oxide bilden können.
Bei Kleinkinderfertignahrung darf man keine Reste aufbewahren und bei der nächsten Mahlzeit verabreichen.
Es können lebensbedrohliche Verdauungsstörungen auftreten! Wenn keine ausreichende Kühlung möglich ist, soll man auch die Milchmahlzeiten einzeln zubereiten.
Dazu eignen sich am besten die Trockenmilchpräparate. Ansonsten bleiben wir auch beim Camping bei der gewohnten Kost des Kleinkinds. Wichtig ist sauberes Arbeiten, um Infektionen des Verdauungssystems zu vermeiden.
Trinkwasser ist ein Nahrungsmittel, darum soll mit ihm sparsam umgegangen werden.
Es wird auf dem Campingplatz in einwandfreier Beschaffenheit zur Verfügung gestellt und laufend hygienisch überwacht. Auch wenn nicht ausdrücklich darauf hingewiesen wird, ist es trotzdem kein Fehler, das Wasser vor dem Trinken oder zur Zubereitung kalter Speisen abzukochen. Wasserzapfstellen, die nur Brauchwasser spenden, sind durch ein Schild „kein Trinkwasser“ kenntlich gemacht. Schöpfen wir einmal Wasser aus einem Gebirgsbach, so soll es vor dem Trinken ebenfalls abgekocht werden.
Mit einem schmakhaften Frühstück wird der Tag fröhlich begonnen.
Dabei sollen Brotaufstriche wie Marmelade, Kräuterquark oder Streichkäse dominieren, dazu hin und wieder ein weichgekochtes Ei. Auch ein Müsli aus Haferflocken oder Weizenkeimen mit Saisonobst, Konfitüre, Honig oder Fruchtnektar wird gern gegessen. Es sättigt gut und hat dabei trotzdem nur wenige der bei vielen so verpönten „Kilojoule“.
Nicht alle Menschen haben morgens schon Appetit auf Fleisch, Wurst, Ölsardinen, Kuchen oder Vollfettkäse. Es müssen auch nicht immer Brötchen sein. Vielleicht probieren wir wieder einmal das lange haltbare Knäckebrot! Wann gab es das letzte Mal Pumpernickel oder Vollkornbrot? Auch die Trinkgewohnheiten können wir etwas umstellen. An Stelle der „Dröhnung“ (Kaffee) trinken die Großen vielleicht zusammen mit den Kindern Kakao, heiße Milch, Kräutertee, Juice, Wildfrucht oder Tomatensaft.
An kühlen Abenden ist ein heißes Getränk immer willkommen.
Dabei sei es jedem selbst überlassen, ob er es alkoholfrei oder etwas „verschärft" ansetzen will. Glühwein — Rotwein mit Stangenzimt, Nelken und viel Zucker — erhält durch einen Zusatz von Zitronen- und Apfelsinenscheiben, durch Apfelsaft oder einen kräftigen Absud von Schwarztee einen besonders angenehmen Geschmack. Ein guter Schuß Himbeergeist verleiht dem „Spaßmacher" ein exotisches Aroma, er verstärkt aber auch bedeutend die Wirkung. Alkoholhaltige Getränke dürfen keinesfalls über 60 bis 70 °C erhitzt werden, sonst „verduftet" der euphorisierende Bestandteil sehr schnell!
Auf manchen Zeltplätzen schmeckt der mit gezapftem Trinkwasser gekochte Kaffee erbärmlich.
Da hilft nur eines: wir verwenden Tafelwasser! Etwas teurer, aber in jedem Falle gut! _________________