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Reinhold


Anmeldedatum: 25.12.2008
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Tipps zum ermüdungsfreien Autofahren
Verfasst am: 30.01.2009, 19:08

b]Autofahren bedeutet weniger körperliche, dafür aber harte geistige Arbeit.[/b]

Die sich laufend verändernde Verkehrssituation stellt höchste Anforderungen an Konzentration, Reaktionsvermögen und Beobachtungsgabe des Fahrers. Viele Reize fluten über Auge, Ohr,

Tast- und Gleichgewichtssinn auf ihn ein, müssen vom Gehirn koordiniert und in fahrerische Reaktionen umgesetzt werden. Nicht alle Reize dringen dabei vollständig ins Bewußtsein, sondern die Handlungen des Fahrers laufen teilweise automatisch ab (Fahrroutine). Das ist aber frühestens nach etwa 10 000 Fahrkilometern — das entspricht einer Fahrpraxis von etwa einem Jahr — der Fall(Das „in Fleisch und Blut“ übergegangene Reagieren erfordert außerdem ständiges Fahrtraining. Bei Gelegenheitsfahrern verschwindet diese Fähigkeit immer wieder. Sie sollten die ersten Kilometer jeder Fahrt darum besonders vorsichtig angehen-

In kritischen Verkehrssituationen und bei dichtem Verkehr wird ein Fahrer von äußeren Reizen regelrecht überflutet.

Gereiztheit bis zur Aggressivität können je nach Temperament die Folge sein. Jedem Fahrer muss es ein Warnsignal sein, wenn er beginnt, sich über den „traumtänzerischen Idioten“ im vorausfahrenden Pkw zu ärgern. Dann ist es Zeit für eine Pause oder wenigstens etwas verlangsamte Fahrt. Kein Kraftfahrer darf dem inneren Drang nachgeben, sich in seiner Gemütsverfassung aufzuschaukeln und es „dieser Transuse zu zeigen, wie man ordentlich Auto fährt!“

Als Beifahrer sollte man bei schwierigen Verkehrssituationen tiefschürfende Gespräche mit dem Fahrer und sonstige Ablenkungsmanöver vermeiden.

Genauso schädlich wie eine Reizüberflutung kann sich ein Mangel an äußeren Verkehrsreizen auswirked.

Auf langweiligen Strecken mit geringer Verkehrsdichte wird der Fahrer nur wenig gefordert, die Aufmerksamkeit lässt nach, und besonders nachts kommt er schnell ins Dösen. Wenn ein Kraftfahrer plötzlich feststellt, dass er bei scheinbar hellwachen Sinnen nichts mehr über die letzgefahrene Strecke weiß, wenn er grundlos zusammenschreckt oder wenn Phantasiebilder herangaukeln, dann ist es allerhöchste Zeit etwas zu tun-.Frische, kühle Luft, Radiomusik, ein Gespräch oder auch eine kurze Rast mit aktiver Bewegung bringen die Lebensgeister wieder in Schwung und nehmen einer solchen Fahrt die GefahrAuch ein kurzer Schlaf von nur 15 bis 20 Minuten kann bereits Erquickung bringen-

Auf längeren Fahrten braucht man einen aufmerksamen Beifahrer.

Er übernimmt das Kartenlesen, ermittelt Entfernungen, sucht geeignete Stellen für eine Rast

und dirigiert den Fahrer durch unbekannte StädteDas setzt voraus, dass der Beifahrer nicht erst zur Karte greift, wenn die Entscheidungssituation bereits herangereift ist. Nichts wirkt entnervender auf den Piloten, als wenn er immer einige hundert Meter nach einer Abzweigung erfährt: „Ich glaube, da hinten hätten wir rumgemusst!“Auch während eintöniger Fahrt auf verkehrsarmen Straßen kommt dem Beifahrer erhöhte Bedeutung zu. Selbst wenn sich auf den Rücksitzen bereits alles in süßem Schlummer wiegt: Der Copilot muss wach bleiben und mit aufpassen. Eine kleine Plauderei mit dem Fahrer hält diesen munter und gibt beruhigende Gewißheit, dass dieser nicht nur körperlich, sondern auch geistig anwesend ist.

Während der Urlaubsfahrt sollte spätestens nach je zwei Stunden Fahrt eine kurze Rast von 15 bis 20 Minuten eingelegt werden.

Das ist für den Fahrer Wichtig, aber auch für mitfahrende Kinder. Diese bewegen sich dann schon von ganz allein. Darum beim Halt an einer Verkehrsstraße ein waches Auge behalten! Auch die Erwachsenen sollten die Zeit für ein paar Lockerungsübungen nutzen: einfache Gymnastik, wie man sie vom Frühsport her kennt. Wer sich scheut, vor den Augen der anderen Rastenden „herumzuhampeln“, der kann auch eine kurze Strecke durch den Wald rennen. Nervenaufreibende Zwangsaufenthalte in Staus, an Bahnübergängen oder in der Warteschlange an einer Tankstelle sind kein Ersatz für eine Erholungspause!

Für ermüdungsfreies Fahren ist die Sitzposition des Fahrers entscheidend.

Der Sitz sollte in Längsrichtung so eingestellt sein, dass bei mäßig angewinkelten Beinen die

Pedale bequem erreicht werden können, ohne dass man dabei mit den Oberschenkeln oder Knien unten am Lenkradkranz anstößt. Eine einmal gewählte Position sollte immer beibehalten werden, da man sich darauf „einfährt“ und in Notsituationen schneller reagieren kann. Dagegen kann die Neigung der Rückenlehne während der Fahrt auch mal geändert werden, um der Wirbelsäule und den Armen eine andere Lage zu gönnen. Die meisten Fahrer sitzen zu dicht am Lenkrad. Ist man es erst einmal gewohnt, dann fährt man mit ausgestreckten Armen sehr sicher und entspannt. Um ein Nachgreifen bei stärkeren Lenkbewegungen zu vermeiden ist es günstig, den Lenkradkranz mit den Händen bei „5 Minuten vor 3“ zu fassen.

Bei Kolonnenverkehr sollten wir uns bemühen, im Verkehrsstrom mitzuschwimmen.

Ständiges hektisches Überholen, vor allem das verbotene Lückenspringen mit Hineindrängeln in den Sicherheitsabstand anderer Fahrzeuge, stört wie betontes Bummeln übrigens auch den gleichmäßigen Geschwindigkeitsfluß auf der Straße und schadet schließlich allen. Wer aus einer Kolonne zum Rasten ausscheren will, der sollte diese Absicht durch deutliches Fahrverhalten den nachfolgenden Fahrzeugen kundtun (weit rechts in der Spur halten, Antippen der Bremse, rechtzeitiges Blinken).

Bei Verkehrsstaus sollten sich alle Fahrzeuge weit rechts halten, der Motor muss abgestellt werden. Keinesfalls darf man versuchen, sich auf der linken, teilweise noch freien Spur weiter nach vom zu mogeln; sie ist Einsatzfahrzeugen freizuhalten.

Vielen Menschen; vor allem Kindern, wird im Auto häufig schlecht. Selbst wenn der Fahrstil entsprechend milde gestaltet wird, der Fahrer Kurven und Bodenwellen behutsam angeht, kann er nicht immer vermeiden, dass schließlich bei irgend jemand das Frühstück wieder hervordrängt. Dann ist es zum Anhalten oft zu spät oder nicht der rechte Ort. Es hat sich in solchen Fällen bewährt, einen Vorrat gereinigter und oben aufgeschnittener Milchtüten aus Plastik griffbereit zu haben (schon beim Einpacken sollten sie 'probehalber aufgepustet werden). Einige bereitgelegte Zellstofftücher oder ein feuchter Waschlappen bewähren sich, nachdem alles vorüber ist.

Ganz schlimm betroffenen Personen verschreibt der Arzt ein sicher wirkendes Medikament, das einige Zeit vor der Fahrt genau nach Vorschrift einzunehmen ist. Das Mittel dämpft nicht nur, den Magen, sondern auch alle anderen physischen und psychischen Aktivitäten. Für den Fahrer ist daher ein solches Medikament absolut tabu.

Für die Unterwegs-Verpflegung für Autoreisende gelten sinngemäß die Tipps für die Bahnfahrt.

Man braucht wegen des weniger eingeschränkten Gepäcks aber nicht nur auf belegte Brote zu orientieren. Bei Ganztagsfahrten sollte man auf eine längere Mittagsrast mit warmem Essen nicht verzichten. Dazu bieten sich unterwegs viele Raststätten an. Am schnellsten geht es erfahrungsgemäß in kleineren Dorfgaststätten, besonders, wenn sie etwas abseits von der Hauptstraße liegenMit einem Campinganhänger am Haken kann man natürlich an einem stillen Fleck — z.B. an einem See — Rast machen, ein Schnellgericht bereiten oder Mitgenommenes aufwärmen, anschließend ein Sonnenbad nehmen oder sich in den kühlen Fluten etwas erfrischen. So wird bereits die Fahrt Bestandteil der aktiven Urlaubsgestaltung und vor allem für Kinder weniger eintönig.

Das alles funktioniert übrigens an schönen Tagen auch bei einer Mittagsrast mit Solo-Pkw, wenn man den Kocher und etwas Geschirr griffbereit verstaut hat.

Wer eine längere Fahrt ins Ausland plant, der sollte sein Auto gewissenhaft vorbereiten.

'Von absoluter Verkehrstüchtigkeit darf es keine Abstriche geben. Eine rechtzeitige gründliche Werkstattdurchsicht ist anzuraten, nicht erst in letzter Minute; denn es können sich noch größere Instandsetzungsarbeiten erforderlich machen. Die wichtigsten Zubehörteile werden eingepackt (Zündkerzen, Kerzenstecker, 2m Zündkabel, Zündspule, Kondensator, Benzinpumpenmembran, Keilriemen, Schlauchbänder, Sicherungen und Ersatzlampen, Reserveschlauch, Ventileinsätze, Zylinderkopfdichtung (!), Schraubensortiment, Blinkgeber, Bremsflüssigkeit, Zündverteiler mit Läufer, Handwaschpaste), und das Bordwerkzeug wird erweitert. In

manchen Werkstätten kann man sich für bestimmte Autotypen ein Ersatzteilpaket ausleihen; nur die entnommenen Teile müssen später bezahlt werden. Vorsichtige Fahrer haben sogar Gelenkwellen, Radlager und Reservekohlen für Lichtmaschine und Starter dabei.

Bei einer Auslandsfahrt mit Kfz sollte man bereits vorder Abreise einen genauen Streckenplan für Hin- und Rückfahrt ausarbeiten.

Das ist ein Zettel mit den zu durchfahrenen Hauptorten, Grenzübergängen und Abzweigungen, einschließlich der Entfernungsangaben. Soweit möglich sollten die vorgesehenen Tankstellen und Transitcampingplätze vermerkt werden. Es entsteht ein doppelter Vorteil: Einesteils kann man den Plan bereits zu Hause zur Basis der Zeit- und Fahrkostenplanung benutzen, andererseits ist er zur. Orientierung während der Fahrt sehr nützlich. Außerdem ist bekanntlich Vorfreude die schönste Freude.

Wegweiser haben ihre eigenen Gesetze!

Das gewünschte Ziel — vor allem, wenn es sich um eine mittelgroße Ortschaft handelt — wird nur selten ausgewiesen. Man spart sich unnötiges Herumirren, wenn man auf dem Streckenplan bei größeren Städten mit erwartungsgemäß schwieriger Durchfahrt auch den nächsten Ort und eine fernere Großstadt vermerkt, zu der die Route führt, auf der man die Stadt zu verlassen gedenkt. Eine gute Hilfe sind auch die auf den Autokarten angegebenen Straßennummern, die an sehr vielen Stellen der Straße und auf Wegweisem immer zu finden sind.
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Tags: bleiben, tipps, fahren, auto, spur

 
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