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Reinhold


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Tipps zum Wasserwandern mit dem Boot
Verfasst am: 12.02.2009, 14:41

Eskimos waren die ersten Kanuten. Ihre offenen Fellboote, leicht und wendig, dienten vorrangig dem Nahrungserwerb. Heute sitzen Freizeitkapitäne in ganz ähnlichen Konstruktionen, sind damit im Urlaub auf Seen und Flüssen unterwegs, wechseln zwar den Übernachtungsort, aber campieren doch im Zelt oder auf ihrem etwas größeren Boot.

Wasserwandem mit Paddelbooten, egal, ob im Einer, im Zweier, im Faltboot oder im Plastikboot, hat seinen besonderen Reiz.

Man erlebt die Natur unmittelbar, durch keinen Motorenlärm gestört, und man sitzt so nahe am nassen Element, dass man sich mit ihm eng verbunden fühlt. Selbst in die schmalsten und flachsten Wasserläufe kommt man hinein. Rinnsale, in denen sich Motorbootfahrer bereits die Scherstifte zertrümmert und die Bootshäute zerschrammt hätten, sind für Paddler kein Hindernis. Selbst dann nicht, wenn sie mit Wehren und Stegen nur so gespickt sind.

Eine erlebnisreiche Urlaubsform also, aktiv-erholsam für Leib und Seele! Die Ausrüstung ist nicht teuer und sogar von noch Wenigverdienenden aufzubringen. Auch auf die Ausleihe einer kompletten Ausrüstung sei hingewiesen. Sie ist in manchen Orten möglich, man muss sich nur rechtzeitig vor Saisonbeginn darum kümmern. Am besten, man fragt in einem größeren Sportgeschäft nach.

Was braucht der Wasserwanderer auf seiner Fahrt?

Kurz, er benötigt gerade eben so viel, dass er nie friert, sich ernähren und geschützt schlafen kann, ein bißchen für die Körperhygiene und etwas fürs Boot, Papiere und Kartenmaterial. Ein Mehr bringt meist schon Stauprobleme, manches ist auch nässegefährdet (Fotoapparat!). Besonders Pfiffige sitzen auf dem gefalteten Schlafsack, die Luftmatratze als Rolle unter den Knien, die „Futterkiste“ vorn aufs Verdeck geschnallt, um auch während der Fahrt keinen Schwächeanfall zu erleiden. So wird Raum geschaffen für das Bier, den Grill und vor allem für den Stereorecorder! Der geforderte Freibord von 15 cm ist längst unterschritten. Wer denkt schon daran, dass er mal kentern kann?

Des Paddelns noch Ungeübte sollten sich in den ersten Tagen der Fahrt nicht zuviel vornehmen.

Sonst hängen ihnen am Abend die Arme wie „schlaffe Würste“ am Körper. Die anhaltende und ungewohnte Beanspruchung der Arm- und Brustmuskulatur will trainiert sein!

Für die erste Tour wählen wir eine Route, bei der die Rückfahrt mit der Wasserströmung erfolgt. Im Wasserwanderatlas ist die Fließrichtung der Gewässer durch Pfeile markiert.

Auch die Paddeltechnik will geübt sein.

Man greift das Paddel, die Knie sind im Boot leicht angewinkelt, der Oberkörper vorgebeugt. Bei der Paddelbewegung wird das Paddel bei gestrecktem Arm ins Wasser gesetzt, der andere, in Nasenhöhe gehaltene Arm ist gebeugt. Dann wird das Paddel unter Beugen des gestreckten Armes durch das Wasser gezogen, wobei diese Bewegung durch Strecken des anderen Arms unterstützt wird. Jede der beiden das Paddel greifenden Hände beschreibt also eine Ellipse im „Gegentakt“ Kurven fährt man, indem auf der kurvenäußeren Seite entweder stärker „durchgezogen“ oder überhaupt nur auf dieser Seite gepaddelt wird. Die Paddelbewegung übt man zunächst auf einem unbefahrenen und stillen Gewässerabschnitt. Zwei Gummiringe (Wasserabweiser), rechts und links auf den Paddelschaft geschoben, verhindern, dass Wasser vom Blatt über die Arme und Beine und ins Boot läuft.

Das Paddelboot wird von zwei Personen ins Wasser gesetzt, am Bug und am Heft gefasst.

Der Bug zeigt dabei gegen die Strömung bzw. zum offenen Wasser. Beim Einsteigen von einem Steg aus oder aus dem flachen Wasser muss man vorsichtig zu Werke gehen, damit einerseits das Boot nicht kentert, andererseits Gerüst oder Haut nicht beschädigt werden. Darum immer auf die Bodenleiter treten und das Boot mit einer Hand zum Körper ziehen. Ist kein Steg vorhanden, steigen wir immer von der flachen Uferseite ins Boot.

Das Boot wird beladen, wenn es im Wasser liegt.

Etwas weichere Gepäckteile kann man sich auf den Sitz legen, aber das hat Vor- und Nachteile. Sitzt man zu hoch, so beeinflußt der hohe Schwerpunkt die Kippstabilität des Bootes, sitzt man dagegen zu tief, so paddelt es sich schwerer. Ein vorteilhaftes Mittelmaß sollte darum jeder selbst erproben.

Paddler halten sich möglichst in der Nähe des Ufers, in engen Gewässern und Kanälen grundsätzlich rechts.

Weiter draußen tummeln sich in Seen und auf breiten Flußstrecken die Sportmotorund -segelboote, und die Berufsschiffahrt zieht ihre vorgeschriebene Bahn in der Fahrrinne. Beim gegenseitigen Überholen, Kreuze 41 der Kurse und beim Ausweichen gelten die Regeln der Sportbootanordnung, die auch der Paddler genau kennen und befolgen muss. Die Berufsschiffahrt hat grundsätzlich Vortritt!

Wer mit seinen Kräften haushalten will, der wählt auf breiten Flußstrecken bergwärts immer die Seite mit der geringeren Strömung.

In Flußbiegungen ist das im allgemeinen die kurveninnere Seite, bei der man auch die Kurve kürzer und weniger steil durchfährt. Vorsicht aber wegen der dort häufigen Untiefen infolge von Sandablagerungen. Zwischen den Buhnen großer Flüsse kann sich die Strömungsrichtung in Ufernähe sogar umkehren. Das hilft bei richtigem Kurs Kräfte sparen-

Wehre und Wasserfälle mit einem Kanu zu überfahren ist in Abenteuerfilmen nicht ohne Effekt. Der Neuling in diesem Sport sollte aber selbst ganz flache Wehre zunächst lieber umtragen, sonst endet die Angelegenheit mit einem Kopfstand oder als „Unterseeboot“. Könner dagegen gehen auch im Boot über nicht allzu hohe Wehre, wenn der Wasserstand ausreichend ist. Unbekannte Wehre sind vor dem Befahren unbedingt auf Hindernisse zu überprüfen, damit nicht die Bootshaut aufgeschlitzt wird.

Sportboote fahren in der Reihenfolge in die Schleuse ein, in der sie angekommen sind.

Vorher müssen sie am vorgesehenen Liegeplatz warten, bis die Schleuseneinfahrt freigegeben wird. Oft gibt auch das Schleusenpersonal Anweisungen, wie man sich in der Schleusenkammer zu stapeln hat. Die Berufsschiffahrt hat auch in der Schleuse Vorrang. In der Schleuse ist der Motor abzustellen, jedoch wird im allgemeinen nicht gefordert, dass man ein Motorboot in die Kammer hinein- und auch wieder herauspaddelt. Segel müssen aber vor der Einfahrt geborgen werden. In der Schleuse bleibt man im Boot, auch die Kinder sollten keine Spaziergänge unternehmen!

Der schlimmste Fehler, den man in einer Schleusenkammer begehen kann, ist, das Boot festzumachen.

Wenn man dann beim Fluten oder Lenzen der Kammer in der Aufregung nicht schnell genug reagiert, wird das Boot entweder ersäuft oder erhängt. Einige Schleusenwärter versichern ehrenwörtlich, das so etwas schon öfter passiert sei. Am sichersten legt man sich in der Schleuse fest, indem man eine Leine als lose Schleife um eine senkrechte Stange an der Kammerwand legt.
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Tags: tipps, boot, motorboot, wasser, befahren

 
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