Tipps zur Montage und Erprobung der Camping Ausrüstung Verfasst am: 25.12.2008, 17:41
Aufbauanleitung für große Zelte, Boote o. ä. haben es mitunter in sich.
So lautet eine Textstelle etwa „Sie stecken das Rohr x und die Muffe y zusammen und verschrauben alles sorgfältig“. Gelesen, getan! Im übernächsten Satz kommt eine nicht unbedeutende Zusatzinformation: „Vorher müssen sie
aber noch den Nippel v durch die Lasche w ziehen!“, und man fängt wieder von vorn an. Eine Meisterleistung im Verwirrspiel leistete sich vor Jahren der Verfasser einer Aufbauanleitung für ein Faltboot. Im letzten Satz der sechsseitigen Beschreibung erfuhr man etwas, was man schon ganz zu Anfang der Montage hätte wissen müssen, nämlich, in welches von fünf vorhandenen Löchern der Steven eingehängt werden muss, wenn beim abschließenden Spannen nicht die Bootshaut zerreißen oder traurige Falten werfen soll.
Die Erkenntnis: Man geht immer sicher, wenn man zunächst die Anleitung vollständig liest, dabei auf Rösselsprünge im Algorithmus achtet und sich erst danach tatendurstig an den Zusammenbau macht.
Auf einen Probeaufbau von Zelt oder Boot an einem ruhigen Plätzchen bei schönem Wetter sollte man nicht verzichten.
Das ist um so wichtiger, je größer und komplizierter das Objekt ist. Da gibt es immer kleine Nacharbeiten, es ist etwas zu entgraten, leichtgängiger zu machen, oder eine Schlaufe ist
nach eigenen Vorstellungen zu ergänzen. Es soll auch schon vorgekommen sein, dass Teile beim Hersteller vertauscht wurden oder sogar fehltenMan kann sich bei dem probeweisen Aufbau schon Gedanken machen, wie man die Inneneinrichtung arrangiert und was eventuell noch anzuschaffen oder zu komplettieren wäre. Schließlich gewinnt man bei einem solchen Vorversuch die notwendige Sicherheit, um das Zelt z-Bbei Dauerniesel schnell und komplikationslos aufzustellen.
Als sehr praktisch erweist es sich, zusammengehörende Enden von steckbaren Verbindungen mit gleichartiger Farbkennzeichnung oder Ziffer zu markieren.
Dabei ist ein umlaufender Ring günstiger als ein punktförmiges Kennzeichen. Solche Markierungen ersparen unnötige Sucherei und Sortierarbeiten vor dem eigentlichen Zusammenbau.
Die erste Campingreise sollte nicht gar so lange dauern und nicht in allzu weite Ferne gehen.
Manches muss noch ergänzt werden, und man muss auch noch Erfahrungen sammeln. Wer zum ersten Mal das Wunder eines bei strömendem Regen vollkommen dichten Zelts erlebt, wer staunend zur Kenntnis nimmt, dass man auch bei Außentemperaturen unter 10 °C nicht zu frieren braucht, erst der ist restlos davon überzeugt, dass Camping tatsächlich funktioniert.
Welche Grundsätze sind beim Aufstellen des Zelts zu beachten? Zunächst wird der Untergrund in ausreichender Fläche geebnet und von Kienäpfeln, größeren Steinen und pieksigen Gegenständen gesäubert. Eine geringe Schräge der Stellfläche schadet bei Hauszelten i.allg. nicht, nur sollte die Kopfseite die höhere sein. Bei Steilwandzelten besteht auf schräger Stellfläche die Gefahr, dass sich ein Wassersack bildet.
Hauszelte werden gleich in richtiger Position ausgerollt.
Dann wird der Zeltboden glattgezogen und mit Zeltnägeln bzw. Heringen im Erdreich fixiertDas Gestänge wird eingebracht und ausgerichtet. Erst dann werden alle Leinen so lang gespannt, dass auch die Zeltseitenwände keine Falten mehr werfen und das Ganze ordentlich aussiehtZum besseren Aufrichten der niedrigen Seitenwände kann es von Vorteil sein, den Traufenrand durch untergestellte Stäbe etwas anzuheben (vor allem dann, wenn mau aus Platzgründen die Leinen nur kurz spannen kann). Ein mittleres Hauszelt lässt sich bei etwas Übung von zwei Personen in 4 bis 6 Minuten aufstellen.
Bei einem Steilwandzelt wird als erstes das Gestänge zusammengesteckt, beginnend mit der Dachkonstruktion. Die senkrechten Stützen werden am Mittelgelenk eingeknickt, damit man das ausgebreitete Überzelt leichter darüberstülpen oder -rollen kann. Dazu ist es günstig, die Türreißverschlüsse zu öffnen, die Fensterpatten dagegen zu schließen. Danach werden die senkrechten Stützen ganz aufgestellt, alle Reißverschlüsse werden zugezogen, und das Überzelt wird ausgerichtet. Erst nachdem die Seitenwände rundherum mit Heringen am Boden verankert sind und der Faulstreifen mit Zeltnägeln befestigt ist, werden die Sturmleinen mäßig stramm gespannt. Bei einsetzendem Regen muss man sie wieder etwas lockern. Zeltwände mit Reißverschlüssen dürfen niemals starke Querspannungen aufweisen, der Schieber muss sich noch leicht bewegen lassen. Zum Abschluß werden die Schlafkabinen eingehängt. An windigen Tagen ist es vorteilhaft, die Sturmleinen schon vor dem Spannen der Seitenwände am Boden zu verankern. Damit vermeidet man, dass u.U. der ganze Rohbau bei einer Böe davonfliegt. Bei einem „stürmischen“ Zeltabbau werden diese Leinen aus dem gleichen Grunde erst ganz zum Schluß eingeholt.
Der Aufbau eines Steilwandzelts bedarf je nach Typ etwas längerer Zeit. Darum sollte man bei starkem Regen wenn es aufzuklaren scheint lieber etwas warten.
Bei Zeltanhängern richtet sich die Aufstelltechnik nach dem Typ.
Der Aufbau geschieht genau nach der Betriebsanleitung. Fleißiges Training hilft, das Zelt binnen kurzer Zeit wenigstens so weit aufgestellt zu haben, dass es im Notfall Wetterschutz bietet. Die meiste Arbeit macht das waagerechte Ausrichten des Anhängers. Darauf sollte man aber keinesfalls verzichten, sonst wirft das Zelt Falten, sackt seitlich ab, öder es bilden sich Wassersäcke im Dach.
Ein Zeltanhänger kann von einem eingespielten Team in 10 bis 15 Minuten notdürftig aufgestellt sein. Bis aber alles wohnlich eingerichtet und das Zelt sicher abgespannt ist, dauert's freilich bedeutend länger!
Ein Hering wird unter einem solchen Winkel in den Erdboden geschlagen, dass die Zeltleine unter 90 ° zu seiner Achse gespannt werden kann.
Damit verhindern wir, dass der Hering von der Leine aus dem Boden gezogen wird. Es ist außerdem günstig, natürliche Möglichkeiten zur Befestigung der Leinen zu suchen (z-B. trockene Wurzeln)- _________________