Ungeschriebene Campingregeln Teil 1 Verfasst am: 18.01.2009, 00:31
Auf einem Campingplatz leben die Menschen eng beieinander.
Da sind gutes Benehmen, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit besonders gefragt. Nicht alles lässt sich mit Gesetzen reglementieren, aber es gibt auch ungeschriebene Normen des Verhaltens, die jeder Camper beachten sollte. Und das gilt für groß und klein. Am wenigsten fällt man in der Gemeinschaft auf, wenn man sich bei seinem eigenen Tun oder bei fremdem Mißgeschick die Fragen vorlegt „Wie würde mir selbst dieses Verhalten bei anderen gefallen?“ und „Was würde ich selbst in dieser Situation von den Mitzeltern erwarten?“ Aus den Antworten kann man seine eigenen Handlungsaktivitäten ableiten.
Kommt man auf dem Campingplatz an, so begrüßt man seine Nachbarn der nächsten Wochen.
Die kurze oder auch längere Verabschiedung vor der Abreise ist meist viel selbstverständlicher, weil man sich inzwischen kennengelernt hat. Ein freundliches Wort zwischendurch zu den Nachbarn, ein „Guten Morgen“ oder „Guten Appetit“ ist angebracht, jedoch sollte man sich davor hüten, bei einem Gang über den Zeltplatz zur Mittagsoder Abendstunde allen Speisenden guten Appetit zu wünschen. Das wird für die Betroffenen auf die Dauer lästig; auch in einem Restaurant geht man schließlich nicht an den Tischen vorbei, ein „Wohl bekomm's“ nach allen Seiten austeilend!
Zum vorbildlichen Verhalten auf einem Zeltplatz gehört, dass man kein übertrieben großes Terrain für sich beansprucht.
Es gibt da wahre „Könner“, die mittels Strippe und Windschutz ihren Stellplatz unglaublich ausweiten und dadurch diesen Raum der allgemeinen Nutzung entziehen. Aufforderungen wie „Sie versperren mir ja die ganze Aussicht, wenn Sie hier aufbauen“ muss man nicht beachten, wenn der Platz knapp ist. In der Vor- und Nachsaison dagegen ist meist viel Raum, dann rückt man sich selbstverständlich nicht unnötig dicht auf den Leib-
Camper helfen sich untereinander, auch ohne eine entsprechende Bitte.
Wenn wir bemerken, dass ein Neuling Schwierigkeiten beim Aufstellen seines Zelts hat, dass jemand bei strömendem Regen helfende Hände braucht, dass sich ein Wohnwagen oder Auto im Sand eingewühlt hat oder eingewinkt werden muss: Wir helfen ohne viele Worte. Wie angenehm, wenn sich in einer Gruppe von Zeltlern jeden Morgen ein anderer nach Brötchen und Milch anstellt und die anderen mitversorgt. Was wäre, wenn das persönliche Eigentum ohne die Wachsamkeit der „1000 Augen des Zeltplatzes“ auskommen müßte?
seht nie, niemals (auch nicht rein „zufällig“) in ein anderes Zelt hinein!“
Es geht dabei nicht nur um den neugierigen „Blick zum Nachbarn“, sondern auch um jene Wißbegierigen, die sich über Besonderheiten informieren wollen, um einen neuen Typ von Zelt oder Wohnwagen herumschleichen und durch die Scheiben „linsen“, um etwas von den Ausstattungsmerkmalen zu erhaschen. Wie peinlich kann ein solcher Blick für Beobachter und Einwohner werden! Da ist es schon besser, man „klopft“ an und bittet um Information. Kaum einer wird erleben, dass der stolze Besitzer diese nicht bereitwillig gibt.
Die sanitären Einrichtungen des Campingplatzes werden von vielen Menschen gemeinsam benutzt. Schon daraus erwächst dieVerpflichtung, alles peinlich sauberzuhalten. Das gilt für die Waschgelegenheiten ebenso wie für die Toiletten. Kleine Kinder, die trotz aller Mühe noch nicht richtig auf den Abort hinaufkommen, oder deren „Treffsicherheit“ noch nicht ausreichend entwikkelt ist, müssen wir bei ihrem Toilettengang beaufsichtigen. Ein wahrhaft sinnvoller Beitrag zur Sauberkeit der Toiletten wurde bei jenen Campingplätzen verwirklicht, auf denen neben den üblichen Ausführungen auch ein paar „Sitzgelegenheiten“ geschaffen wurden, welche in Höhe und Durchmesser der Anatomie unserer Nachwuchscamper besser angepasst sind.
Viele Camper waschen sich früh am Strand. Für die Nachfolgenden ist es jedoch kein Vergnügen, an der öffentlichen Badestelle in die Seifenlauge, Shampoonbrühe oder den Zahnpastaschaum des Vorgängers zu steigen. _________________