Ungeschriebene Campingregeln Teil 2 Verfasst am: 23.01.2009, 08:56
Es ist sicher eine zumutbare Aufforderung an jeden verantwortungsbewußten Camper, erkennbare Scherben auf den Wegen, und andere, Verletzungsgefahr in sich bergende Gegenstände aufzuheben und fortzuräumen.
Diesen Unrat nur in die Büsche zu werfen genügt nicht, denn dort kann bald ein neuer Stellplatz entstehen, oder spielende Kinder können sich schlimm verletzen.
Natürlich kann das eine Erziehung der leichtsinnigen Verursacher solcher Gefahrenquellen nicht ersetzen, aber eine Einstellung wie: „Soll ich anderen den Dreck nachräumen?“ hilft nicht weiter. Schließlich kann jeder das Opfer mit aufgeschnittenem Fuß oder Schlimmerem sein.
Zur Sauberkeit gehört auch die Ordnung im oder am Zelt. Herumgestreute Utensilien, Abfälle und leere Dosen oder Flaschen sind weder eine Zierde des Zeltplatzes noch erfüllt der schlampige Camper damit die Forderungen der Hygiene. Unordnung macht außerdem den Langfingern das Gewerbe leichter.
Es ist eine grobe Unsitte, Heringe nicht vollständig in den Bodenzu klopfen.
Zumindest an begangenen Stellen sollten wir darauf achten, dass ihre Köpfe vollständig im Erdreich verschwinden. Tritt nämlich jemand mit bloßen Füßen auf einen herausstehenden Hering oder läuft unglücklich mit einem Zeh dagegen, so kann er sich eine sehr schmerzhafte und nicht ungefährliche Verletzung einhandeln. Das vollständige Einschlagen bedeutet keine zusätzliche Mühe beim Abbau; der Hering lässt sich an der Zeltleine leicht herausziehen. Es gibt auch ganz Pfiffige, die Mostkappen über die Heringsköpfe stülpen.
Niemals schlagen wir Nägel, Haken oder Klampe in Bäume oder schlingen Drähte um Äste oder Stämme.
Sie wachsen nach und nach ebenso in die Rinde ein wie stramm herumgeschlungene und vergessene Leinen. Die Generationen von Campern machen auf diese Weise mit ihren ganz „individuellen Aufhängevorrichtungen“ die Bäume allmählich kaputt oder erzeugen Mißbildungen oder Krüppelwuchs. Viel besser als Nägel sind vorgefertigte, eventuell sogar mit Plastikschlauch überzogene Haken verschiedener Größe, die man an beliebiger Stelle in die Äste hängen oder mit einer Schnur am Stamm befestigen kann. Auch vorgefertigte Schnurhaken, Ablagebretter mit 4 Schraubösen an den Ecken oder Gurte mit Ringen für Zahnbürsten und Becher sind sehr praktisch und umweltfreundlich.
Die Leinen einer Hängematte beschädigen die Rinde.
Es ist daher gut, zwischen Seil und Stamm einen Plastike-, Lederoder Stofffleck zu legen oder das Seil wenigstens zweibis dreimal um den Stamm zu schlingen.
Beim Spannen von Leinen aller Art dürfen wir keine Gehwege zwischen den Zelten versperren.
Notfalls müssen wir sehr steil abspannen und eine dann zu tiefliegende Traufe mit einem Stock stützen. Wir müssen aber auch an nächtliche Irrgeister auf dem Zeltplatz denken, die mit Zeltleinen zwar zu rechnen haben, mit tiefhängenden, strangulierenden Wäscheleinen oder „Terrainabgrenzungen“ aber nicht.
Wer am Tage über eine Zeltleine stolpert, sollte das nicht mit einem hemdsärmeligen Fluch quittieren, sondern am besten mit einem freundlichen „Pardon“.
Das schadet auch nichts, wenn der Betreffende nicht weiß, ob sich überhaupt jemand im Zelt
befindet. Nachts bleiben wir möglichst überhaupt auf den großen Wegen, da stört man niemand und kommt auch nicht in den Verdacht unlauterer Absichten. _________________