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Reinhold


Anmeldedatum: 25.12.2008
Beiträge: 62

Ungeschriebene Campingregeln Teil 3
Verfasst am: 29.01.2009, 13:50

Es gehört zum rücksichtsvollen Verhalten, dass man zwischen den Zelten keine Ball- oder Wurfspiele betreibt.

Auch zwischen den Windschutzen und Strandkörben am Ufer ist dafür nicht der richtige Platz. Wem zum 'zigsten Male ein Ball gegen die Zeltwand oder ins entspannte Gesicht geplatscht ist, wer wiederholt einen Wurfpfeil aus dem empfindlichen Campingwohnwagen gezogen hat, dem darf man eine unbeherrschte Bemerkung nicht übelnehmen. Auf jedem Zeltplatz und an jedem Strand gibt es genügend Freiraum für solche Spiele: entweder die vorgesehenen Spielplätze oder breite Zufahrtswege, auf denen man niemand belästigt.

Freistehende Wasserzapfstellen oder Pumpen ohne Abfluß sind nur zur Wasserentnahme in Kanistern oder anderen Behältern gedacht.

Benutzt man sie, was leider allzu häufig geschieht, in zweckentfremdender Weise, so bildet sich darum herum bald ein unappetitlicher, unhygienischer Sumpf, der einen günstigen Nährboden für Krankheitserreger bildet. Es können sich Maden ansammeln, und eine Infektionsgefahr ist nicht mehr fern. Ganz kritisch sind die Verhältnisse bei Handpumpen, bei denen immer damit zu rechnen ist, dass ein Teil des verunreinigten Wassers wieder in den Brunnen zurückfließt.

Wenn Kinder an der Wasserpumpe spielen, dann haben die Eltern einige Zeit Musse!

Das Wasser plätschert, die Kleinen kreischen vor Freude, und immer wieder fährt das kleine Schifflein die Rinne hinunter. Später ist plötzlich die Pumpe randvoll mit Sand, und die Kinder sind verschwunden. Kann man ihnen solches Tun wirklich übelnehmen? Kinder dürfen auf einem Campingplatz vieles, aber einiges dürfen sie nicht: die Einrichtungen der Sicherheit, die Sanitäranlagen und fremdes Eigentum als ihr Spielzeug betrachten. Hier setzen Aufsichtspflicht und vor allem geduldige Aufklärung seitens der Eltern ein.

Nächtliche „zünftige Campingsausen“ stören immer eine Menge Ruhebedürftiger, auch wenn sich die fröhliche Runde zu bremsen versucht.

Die übertönenden Umweltgeräusche sind nachts weitgehend erstorben, Leib und Seele der meisten Camper sind nicht mehr aktiv, und sie wollen ruhen. Da wirkt Kofferradiomusik oder spontan aufloderndes „homerisches Gelächter“ wie ein Stachel im Gehirn. Bitte, liebe späte Zechgenossen, bitte bedenkt das alles. Fern am Strand ist noch ein einsames Plätzchen frei!

Die Unbekümmertheit einiger — zum Glück nur weniger — Zeitgenossen ist bemerkenswert! Da sitzen nicht einmal so ganz junge Leute am Küstenstreifen und feiern die längste Nacht des Jahres. Die Stimmung wird immer wüster, und die geleerten Flaschen fliegen im hohen Bogen ins Wasser, zerschellen an Steinen genau an der Stelle, wo ahnungslose Erwachsene und unschuldige kleine Kinder tagtäglich baden.

Wer einmal in ohnmächtigem Zorn miterlebt hat, wie ein unglückseliger Camper mit bis auf die Knochen zerschnittener Fußsohle ins Krankenhaus transportiert wurde, wer selbst davon betroffen war, der wird zeitlebens ein unnachgiebiger Ankläger dieser Scherbenstreuer sein! Wir glauben zwar nicht, dass wir solche Menschen auf diesem Wege zum Umdenken bewegen können, vielleicht erreichen wir mit unseren Zeilen aber wenigstens jene, die heute noch stumm zuschauen, wenn von unbeherrschten Angetrunkenen oder übermütigen Kindern — die noch nicht wissen, was sie damit anrichten — solche „Tretminen“ gelegt werden.

Von anderen werden Flaschen, Gläser und scharfkantige Blechdosen achtlos ins Gebüsch geworfen oder bestenfalls auf einen Haufen neben der Mülltonne, wo das Glas zerklirrt und ungezählte Splitter in die Umgebung streut. Vorsichtigere Camper graben ihren Glasmüll ein. Wind, Wetter und ahnungslose Zeltnachfolger bringen ihn wieder hervor.

Ein für allemal: Intakte Flaschen und Gläser, die nicht selbst wieder zurückgegeben werden, gehören in die aufgestellten Sammelbehälter oder — wenn solche nicht vorhanden sind — vorsichtig aufgeschichtet neben die Mülltonnen. Alles zerbrochene oder scharfkantige Material kommt in die Tonnen hinein!

Manchmal herrscht bei einer Gruppe von Campern auch noch nach 22 Uhr großes Hallo, und es ertönt störende Musik.

Meistens hilft dann schon eine freundschaftliche Ermahnung eines Nachbarn mit dem Hinweis auf die fortgeschrittene Stunde. Wenn ein im Schlaf Gestörter dagegen gleich allzu forsch und böse auf seine (berechtigte) Nachtruhe

pocht, dann fordert er manchmal eher Widerborstigkeit heraus oder muss sich beleidigt entgegnen lassen: „Ist ja schon gut! Kann man das nicht auch in Ruhe sagen, wir sind doch verständige Leute!“

Wer dagegen höfliche Aufforderungen mit höhnischem Gelächter quittieren sollte und in den Wind schlägt, wer unbelehrbar ist und die Nachtruhe gröblich verletzt oder anderweitig gegen Ordnung und Sicherheit verstößt, muss sich nicht wundern, wenn davon am nächsten Tag der Zeltplatzleiter informiert wird, der seine Maßnahmen ergreift.
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Tags: campingplatz, camper, verschwunden, zeltplatz, platz, teil

 
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