Was kann man gegen Insekten beim Campen machen? Verfasst am: 01.03.2009, 22:26
Alle saugenden und mit einem Rüssel stechenden Insekten können überträger z.T. gefährlicher Krankheiten sein. Sie können sich schon an anderer Stelle bei einem Stich infiziert haben. Insektenbekämpfung und Behandlung der Einstichstelle bei Entzündung sind darum nicht nur des Juckens wegen wichtig. Auf größeren Zeltplätzen (auch an der Ostsee) und in Naherholungsgebieten werden darum Mücken, Fliegen, Bremsen und andere Plagegeister durch Bestäuben bekämpft. Es empfiehlt sich, bei solchen Aktionen die Kraftfahrzeuge vom Campingplatz zu entfernen, weil manche Spritzmittel Lackschäden verursachen.
Bedauernswerte Camper, die im Urlaub ein solches Mückenparadies vorfinden und keine entsprechenden Einreibemittel bei sich haben, müssen zu natürlichen Methoden der Abwehr greifen.
So hat es sich z.B. bewährt, in der Grillpfanne eine Kienäpfelglut zu entfachen und sie den ganzen Abend räuchern zu lassen. Brennmaterial liegt im nahen Wald genügend herum. Die Mücken bleiben in respektvoller Entfernung vom Rauch. Bei wechselnden Winden ist das zwar keine sehr verlockende Methode, aber bestimmt noch das kleinere Übel.
Bei einem Wohnwagen kann man das Eindringen von Fliegen durch die offene Tür mit einem Vorhang aus Bändern verhindern.
Das sieht außerdem nicht nur exotisch aus, sondern erschwert auch das Eindringen neugieriger Blicke.
Bienen, Wespen und ihre großen Verwandten — die Hornissen — stechen nur, wenn sie ihren Bau verteidigen wollen oder in Bedrängnis geraten.
Es ist daher beim Anfliegen solcher Insekten grundfalsch, wild und ängstlich um sich zu schlagen. Die Gefahr lauert aus einer ganz anderen Richtung: Da besonders Wespen gern Nahrungsmittel anknabbern und Süßes naschen, können sie leicht mit einem Bissen in den Mund gelangen oder sogar verschluckt werden. Ein Stich in Mundhöhle oder Rachen kann durch drohende Erstickungsgefahr tödlich sein. Daher ist sofortige ärztliche Hilfe anzuraten (außerdem sofort den Mund mit kaltem Wasser mehrfach spülen!). Besonders Kinder kann man nicht oft genug belehren, dass sie im Freien jeden Bissen genau ansehen sollen, bevor er in den Mund wandert. Alle angebrochenen Trinkflaschen sind sofort wieder zu verschließen.
Es ist zwar ein Märchen, dass zwei Hornissenstiche einen erwachsenen Menschen und drei sogar ein Pferd töten können, aber viele Menschen reagieren überempfindlich auf Bienen-, Wespen- oder Hornissenstiche.
Riesige Quaddeln, Schwellungen im Gesicht, Schüttelfrost, sogar Atemnot und Kreislaufschock sind Zeichen dafür, dass sofort ein Arzt zur Verabreichung eines Gegenmittels aufgesucht werden muss. Sticht eine Biene, so reißt aus ihrem Körper die Giftdrüse heraus und bleibt am Stachel zurück. Wenn man ihn herauszieht, darf man daher nicht auf den noch teilweise gefüllten Giftapparat drücken. Wespen und Hornissen dagegen können ihren Stachelwieder aus der Haut des Gestochenen ziehen und sogar mehrmals hintereinander stechen. Die Giftmenge und -stärke ist bei den beiden — trotz unterschiedlicher Körpergröße — etwa gleich.
Kratzen an der Einstichstelle vergrößert Schmerz und Juckreiz. Besser ist ein vorsichtiges Einreiben mit Kühlgel, Salmiakgeist, einer angeschnittenen Zwiebel, oder man kühlt einfach unter fließendem kaltem Wasser. Werden Kinder in den Finger gestochen — so empfahl es irgendwann ein Ulkbold —, dann ist es am besten, wenn sie diesen Finger in den Mund stecken und feste dran saugen. So hört zwar nicht der Schmerz auf, wohl aber das entnervende Gebrüll!
„Wespenfallen“ sind enghalsige Flaschen, die zu etwa einem Drittel mit Fruchtsaft oder Zuckerwasser gefüllt werden.
Sie haben nur dann einen Sinn, wenn man sie bei einer größeren Wespeninvasion etwas entfernt vom Aufenthaltsoder Eßplatz aufstellt. Ansonsten locken sie eventuell mehr Nachschub an, als durch sie vernichtet werden kann. Für Tierfreunde ist der langsame, klebrige Tod ohnehin kein erfreulicher Anblick, für Kinder kein Beispiel von Achtung der Kreatur!
Es geht das Gerücht, dass Hummeln nicht stechen können.
Flugunfähig sollen sie ja im Prinzip auch sein, mit ihren für den dicken Leib viel zu winzigen Flügeln. Nur aufgrund mangelhafter aviatischer Kenntnisse fliegen die Hummeln trotz dieser Mißproportion. Mit dem Stechen ist es ganz ähnlich, denn verschiedene Arten tun es nämlich doch, wenn aua; nur in äußerster Bedrängnis. Eine Furcht vor diesen „Brummseln“ ist darum wohl unbegründet, und wir lassen sie in Ruhe weiter ihre Blüten bestäuben. Außerdem stehen alle Hummelarten unter Naturschutz!
Zecken — volkstümlich auch Holzböcke genannt — lassen sich in feuchten Waldgebieten von Bäumen und Sträuchern auf ihre Opfer fallen.
Auslösendes Signal dafür sind Körperwärme und Erschütterungen, die ein vorbeimarschierender Warmblüter ausstrahlt. Die Zecken klammem sich mit Widerhaken an ihrem Kopf in der Haut ihres Opfers fest und saugen tagelang Blut, wobei ihr Leib bis auf das zwanzigfache seines Ausgangsvolumens anschwellen kann. Schmarotzende Zecken werden oft nicht bemerkt, da sie ihr Saugegeschäft fast schmerzlos für den Wirt betreiben. Man erkennt sie aber als grützbeutelähnliches, graubraunes Säckchen von Stecknadelkopfbis Erbsengröße auf der Haut. Da auch der Holzbock ein Überträger gefährlicher Krankheiten sein kann, muss er möglichst rasch entfernt werden. Einfaches Ausreißen oder Herausdrehen führen nicht zum Erfolg; der Kopf bleibt in der Haut und führt zu Entzündungen. Meist lässt die Zecke von selbst los, wenn man sie mit Öl betropft (Luftmangel). Am besten hilft Betupfen mit Benzin.
Auch Hunde werden von Zecken stark befallen. Man findet sie beim gründlichen Absuchen des Fells, oft sitzen sie in der Nähe der Ohren und Augen.
Die Spinne ist des Menschen Freund, aber nur wenige Menschen sind Freunde von Spinnen!
Sie sind ganz harmlos, wenn man sie in Frieden ihre Netze knüpfen und ihre Beute jagen lässt. Zugegeben, im Zelt können sie ihre Aufgabe im Getriebe der Natur nur sehr mangelhaft erfüllen, darum sollten wir sie behutsam exmittieren.
Wer eine „garstige Spinne“ angewidert zerquetscht, der hat nichts gekonnt! Vielleicht überzeugt ihn davon folgende Tatsache: Die auf einem Hektar Waldfläche lebenden Spinnen vernichten jährlich etwa 100kg Insekten! _________________